ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2019Gesundheitsmarkt: Finanzinvestoren auf dem Vormarsch

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Gesundheitsmarkt: Finanzinvestoren auf dem Vormarsch

Dtsch Arztebl 2019; 116(8): A-340

Hillienhof, Arne

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Der Gesundheitsmarkt ist für kapitalstarke private Finanzinvestoren zunehmend interessant. Das legt eine Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT) nahe. Das IAT zählte seit 2013 rund 130 Übernahmen von Unternehmen im Gesundheitssektor – 60 Prozent davon allein in den letzten zwei Jahren. Das Geschäftsmodell der Private-Equity-Gesellschaften basiere darauf, Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflegeheime und -dienste zu kaufen, sie zu restrukturieren und wieder zu verkaufen, heißt es in der Studie. Der Gesundheitssektor sei bereits im Jahr 2017 zur wichtigsten Zielbranche dieser Investoren geworden.

„Die Dynamik hat insbesondere in den letzten Jahren zugenommen. Wichtig ist es daher, die weitere Entwicklung zu beobachten und potenzielle Auswirkungen zu analysieren“, sagte Sebastian Merkel vom IAT. Einen Schwerpunkt hätten die Übernahmen bei Pflegeheimen und -diensten. Hier entfielen bereits relevante Marktanteile auf die entsprechenden Unternehmen.

„Für die Beschäftigten sind der Wechsel des Eigentümers und die möglichen Folgen häufig nicht transparent. Gerade in der Altenpflege ist es problematisch, wenn Spielräume der Lohngestaltung und des Personalbesatzes genutzt werden und die ohnehin knappen Ressourcen als Renditen ins Ausland abfließen“, sagte die Arbeitsforscherin Michaela Evans vom IAT. Zweitens sei ein Trend zur Übernahme von Facharztpraxen erkennbar – vor allem in der Zahnmedizin, in der Radiologie und der Augenheilkunde. Bislang seien etwas mehr als 30 Medizinische Versorgungszentren durch Private-Equity-Gesellschaften übernommen worden. Zwei Drittel der beteiligten Fonds hatten ihren rechtlichen Sitz in einem Offshore-Finanzzentrum, insbesondere auf den Cayman Islands und auf Guernsey. „An diese Standorte fließen die im deutschen Gesundheitssektor erzielten Gewinne“, berichtete das IAT. hil

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