ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2019Jaroslav Blahoš †: Wissenschaftler, Standespolitiker und Kunstliebhaber

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Jaroslav Blahoš †: Wissenschaftler, Standespolitiker und Kunstliebhaber

Dtsch Arztebl 2019; 116(8): A-385 / B-313 / C-309

Pfeifer, Ivan; Popović, Michael

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Jaroslav Blahoš, Foto: Jindrich Nosek (NoJin)
Jaroslav Blahoš, Foto: Jindrich Nosek (NoJin)

Am 27. November 2018 verstarb nach langer Krankheit der bedeutende tschechische Arzt und international anerkannte Internist und Osteologe Prof. MUDr. Jaroslav Blahoš (88), DrSc. Er war Autor von 380 wissenschaftlichen Veröffentlichungen und zehn Monografien, Mitglied zahlreicher medizinischer Gesellschaften, wissenschaftlicher Institutionen und Redaktionen internationaler Zeitschriften. Von seinen zahlreichen hohen Auszeichnungen hatte für ihn die Medaille 1. Grades für Verdienste um die Tschechische Republik, die ihm 2001 von Präsident Vaclav Havel verliehen wurde, die größte Bedeutung.

25 Jahre lang führte Blahoš die Tschechische ärztliche Gesellschaft J. E. Purkyně (1990–2015) und bis zu seinem Tod war er deren Ehrenvorsitzender. Er engagierte sich für die Transformation des tschechischen Gesundheitswesens nach der samtenen Revolution. 1998 wurde er auf Anregung des damaligen Präsidenten der Bundes­ärzte­kammer, Prof. Dr. med. Dr. h.c. Karsten Vilmar, als erster Arzt aus Osteuropa zum Präsidenten des Weltärztebundes gewählt. Hier widmete er sich engagiert vor allem der Ethik in der Medizin.

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Blahoš‘ Interessen reichten weit über die Medizin hinaus. Er liebte die Kunst in all ihren Formen und spielte selbst sehr gut Klavier. Nach einem zweijährigen Aufenthalt als junger Arzt in Harar (Äthiopien) war er Autor einer Studie über das Leben und Werk von Arthur Rimbaud. Er sprach englisch, spanisch, französisch und deutsch. Vor allem zeichneten ihn aber sein Optimismus aus und die Kunst, anderen zuzuhören. Ivan Pfeifer, Michael Popović

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