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Dtsch Arztebl 2019; 116(8): A-376

EB; BS; SH; Zylka-Menhorn, Vera

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Carbimazol- und Thiamazol-haltigen Arzneimitteln – Die Thyreostatika Carbimazol und Thiamazol (Synonym: Methimazol) werden in verschiedenen klinischen Situationen zur Behandlung der Hyperthyreose angewendet. Die Zulassungsinhaber informieren aktuell über das Risiko einer akuten Pankreatitis und die dringende Empfehlung, dass Frauen im gebärfähigen Alter während der Behandlung mit Carbimazol oder Thiamazol eine wirksame Kontrazeption anwenden.

Risiko einer akuten Pankreatitis:

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  • Es liegen Fallberichte vor über das Auftreten einer akuten Pankreatitis nach Behandlung mit Carbimazol- oder Thiamazol-haltigen Arzneimitteln sowie über das erneute Auftreten einer akuten Pankreatitis mit verkürzter Zeit bis zum Krankheitsbeginn nach erneuter Anwendung.
  • Wenn eine akute Pankreatitis auftritt, sollte die Behandlung mit Carbimazol oder Thiamazol sofort beendet werden. Jede erneute Exposition ist zu vermeiden.

Empfehlungen zur Kontrazeption:

  • Carbimazol und Thiamazol stehen im Verdacht angeborene Fehlbildungen zu verursachen, wenn Sie während der Schwangerschaft und insbesondere im ersten Trimester und in hoher Dosierung verabreicht wurden.
  • Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Carbimazol oder Thiamazol wirksame Methoden der Kontrazeption anwenden.
  • Carbimazol und Thiamazol dürfen in der Schwangerschaft nur nach strenger individueller Nutzen-Risiko-Bewertung und in der niedrigsten wirksamen Dosis ohne zusätzliche Verabreichung von Schilddrüsenhormonen angewendet werden. Ggf. wird ein engmaschiges Monitoring von Mutter, Fetus und Neugeborenem empfohlen. EB

Rote-Hand-Brief der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) 08-2019 vom 6. Februar.

Fortgeschrittenes Multiples Myelom: Ansprechrate fast 90 % – Patienten mit fortgeschrittenem, refraktärem/rezidiviertem Multiplem Myelom (MM) hat das Präparat LCAR-B38M in einer Phase-1-Studie klar geholfen: 88 % sprachen darauf an. Dabei erreichten 74 % eine Komplettremission, 4 % ein sehr gutes partielles und 11 % ein partielles Ansprechen.

Das in Entwicklung befindliche LCAR-B38M (= JNJ-68284528) von Janssen ist eine chimäre Antigenrezeptor-(CAR-)T-Zelltherapie. Bei dieser Therapie werden dem Patienten T-Zellen entnommen und genetisch verändert. Ein neues Gen sorgt dafür, dass die Immunzellen die Tumorzellen – hier die MM-Zellen – erkennen können. Die veränderten Immunzellen werden zunächst vermehrt und dann dem Patienten wieder infundiert. In seinem Körper vermehren sie sich weiter und zerstören immer mehr Tumorzellen.

Bislang wurden in der Studie Daten von 57 Teilnehmern ausgewertet (Follow-up: 0,7–25,1 Monate, Median 12 Monate). Sie waren 27–72 Jahre alt und hatten bis zu 9 Vortherapien erhalten. Auf LCAR-B38M sprachen sie im Median nach einem Monat und für eine Dauer von 16 Monaten an. Das progressionsfreie Überleben umfasste im Median 15 Monate, bei MRD-negativen Patienten mit Komplettremission 24 Monate. BS

Pressekonferenz: „Aktuelles vom ASH zu neuen und bekannten Wirkstoffen von Janssen in der Hämatologie“, 22. Januar 2019 in Frankfurt am Main. Veranstalter: Janssen.

Eylea®: Treat-and-Extend-Behandlungskonzept bei nAMD – Die EU-Kommission hat für die neovaskuläre altersabhängige Makuladegeneration (nAMD) ein neues Therapiekonzept mit Aflibercept (Eylea®) zugelassen. Der Treat-and-Extend-Ansatz ermöglicht schon im ersten Jahr größere Intervalle zwischen den einzelnen Injektionen. Gleichzeitig kann der initiale Visusgewinn leichter erhalten werden. Der Ansatz stützt sich auf die Daten der PERSEUS-Versorgungsstudie. Danach ist die Therapiekontinuität ein wichtiger Faktor bei der Behandlung der nAMD – allerdings lasse die Adhärenz der Patienten bei einer langfristigen Therapie immer stärker nach, wie Prof. Dr. Helmut Sachs, Augenklinik Friedrichstadt (Dresden) erläuterte.

Das Konzept sieht zu Beginn der Behandlung drei monatliche Injektionen vor. Danach können die Intervalle bei stabilem Krankheitsverlauf schrittweise um 2 oder 4 Wochen verlängert werden. Im Fall eines Rezidivs werden die Intervalle entsprechend verkürzt. Die ALTAIR-Studie zeige, dass auch bei längeren Behandlungsintervallen ein guter Visus-Erhalt möglich sei, erklärte Prof. Dr. Michael Ulbig vom Klinikum rechts der Isar in München. sh

Bayer-Pressekonferenz „Aktuelle Studienlage und Optimierung der Therapie der neovaskulären altersabhängigen Makuladegeneration mit Eylea® (Aflibercept)“ anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) 2018 in Bonn.

Wechsel auf ein wirkstoffgleiches Epilepsie-Medikament ist problematisch – Eine Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie (DGfE) weist darauf hin, dass 30 % der Behandelten ein erhöhtes Anfallsrisiko nach Wechsel auf ein wirkstoffgleiches Präparat eines anderen Herstellers haben. Dies eine Auswertung von mehr als 30 000 Epilepsie-Patienten, die von 163 Neurologen in Deutschland behandelt wurden. Die Studie ergab, dass sich das Risiko von wiederauftretenden epileptischen Anfällen bei bis dato anfallsfreien Patienten nach Wechsel auf die gleiche Substanz eines anderen Herstellers um über 30 % erhöhte. Davon schienen insbesondere ältere Patienten betroffen zu sein. Praktisch stelle das Studienergebnis die Neurologen vor ein Dilemma; denn nach dem Wirtschaftlichkeitsgebot sollen möglichst häufig die kosteneffizientesten Präparate eingesetzt werden. zyl

Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie e.V. Abrufbar unter http://www.dgfe.info/home/index,aid,7135.html

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