ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2019Pflegeheime: Offene Stellen und kein Geld für mehr Personal

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Pflegeheime: Offene Stellen und kein Geld für mehr Personal

Dtsch Arztebl 2019; 116(8): A-339 / B-279 / C-279

dpa; Maybaum, Thorsten

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Angesichts des Personalmangels in der Pflege haben nach einer Branchenumfrage weit mehr als die Hälfte der Einrichtungen offene Stellen, wie eine von der Evangelischen Bank in Auftrag gegebene Erhebung zeigt. Demnach können 60 Prozent der befragten Einrichtungen Stellen für Fachkräfte nicht besetzen. Im Durchschnitt sind bei ihnen sechs Stellen frei.

In den vergangenen drei Monaten musste der Umfrage zufolge gut jede fünfte Pflegeeinrichtung wegen des Fachkräftemangels einen temporären Belegungsstopp verordnen. Für die Untersuchung wurden rund 300 Geschäftsführer und Verwaltungsleiter befragt, die zusammen mindestens 1 250 der bundesweit rund 15 000 stationären Heime vertreten.

Mit höherer Bezahlung versuchen der Befragung zufolge 46 Prozent der Heime Personal zu gewinnen. Dafür fehle es vielen jedoch an ausreichenden Finanzmitteln, wie das Vorstandsmitglied der auftraggebenden Bank, Christian Ferchland, erklärte. Denn für das Erreichen der Gewinnschwelle sei im Mittel eine Auslastung von 94 Prozent notwendig. Um das Problem zu lösen, seien politische Entscheidungen gefragt, so Ferchland.

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Bei Engpässen greifen den Umfrageergebnissen zufolge knapp 40 Prozent der Betreiber auf Leiharbeiter zurück – wenn auch in Einzelfällen. Pflegekräfte aus dem Ausland gehören in mehr als 70 Prozent der Heime fest zur Belegschaft. Die meisten von ihnen stammen aus Osteuropa. dpa/may

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