ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2019Augenheilkunde: Kommentierte Bilderdatenbank

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Augenheilkunde: Kommentierte Bilderdatenbank

Dtsch Arztebl 2019; 116(8): A-380

Krüger-Brand, Heike E.

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Auch cme-Punkte lassen sich mit der Bilddatenbank Atlas of Ophthalmology in einem Quiz erwerben. Foto: Dario Lo Presti/stock.adobe.com
Auch cme-Punkte lassen sich mit der Bilddatenbank Atlas of Ophthalmology in einem Quiz erwerben. Foto: Dario Lo Presti/stock.adobe.com

Der „Atlas of Ophthalmology“ ist eine umfangreiche webbasierte Referenzbilderdatenbank vorwiegend für Ärzte und Medizinstudierende, aber auch für Laien, die das gesamte augenärztliche Spektrum abdeckt: Letzteres reicht von häufigen Erkrankungen wie dem Grünen Star und der Makuladegeneration bis hin zu sehr seltenen Erkrankungen des Auges wie dem Morbus Stargardt. Herausgeber, Editor und auch Initiator ist Georg Michelson, Gründer und Leiter des Interdisziplinären Zentrums für augenheilkundliche Präventivmedizin und Imaging der Universität Erlangen-Nürnberg.

Die mehrsprachige Datenbank, die seit 2001 unter Mitarbeit von Fachärzten auf der ganzen Welt sukzessive aufgebaut wird, verzeichnet inzwischen circa 6 000 klinisch aufbereitete Fälle mit circa 11 000 Bildern. Die klinische Aufbereitung umfasst dabei die Diagnose mit ICD-10-Kennzeichnung, Kurzkommentar und Literaturhinweis. Die Datenbank ist frei für Recherchen zugänglich. Registrierte Nutzer können zudem Bilder in hoher Auflösung kostenfrei für wissenschaftliche Zwecke herunterladen. Der Download für kommerzielle Zwecke ist gebührenpflichtig. Über eine Suchfunktion können die Nutzer spezielle Bilder oder Fälle anhand von Diagnosen oder Stichworten recherchieren und listenweise am Bildschirm abrufen. Sämtliche abrufbaren Bilder und Diagnosen sind von Experten geprüft.

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Derzeit gibt es laut Michelson 18 000 registrierte Nutzer, knapp 1 000 Nutzer aus der ganzen Welt greifen dabei täglich auf das Angebot zu. Zugangsmöglichkeiten bestehen per Web, Facebook, iOS- und Android-App.

Die Bilderdatenbank lässt sich Michelson zufolge prinzipiell in beliebige elektronische Praxis- und Kliniksysteme einbetten, sodass ein plattformunabhängiger barrierefreier Zugang und damit die Integration in den klinischen Alltag möglich werden. Bislang hat allerdings nur die Augenarztsoftware „ifa“ die Datenbank über eine Schnittstelle tief integriert. Der Vorteil: Der behandelnde Augenarzt kann künftig direkt aus der elektronischen Patientenakte heraus eine Diagnose ins System eingeben und erhält sofort klinisch relevante Vergleichsbilder am Untersuchungsplatz angezeigt, um seine Verdachtsdiagnose zu bestätigen. Die elektronische Patientenakte sendet dabei einen ICD-Code oder die eingegebene textuelle Verdachtsdiagnose des fraglichen Falles an die Referenzbilderdatenbank. Die Anfrage führt zur sofortigen Anzeige von ähnlichen Beispielfällen.

Darüber hinaus ermöglicht der Atlas of Ophthalmology auch eine zertifizierte ärztliche Fortbildung mit cme-Fortbildungspunkten. Mit der Bearbeitung von klinischen Fällen können Ärzte online Fortbildungspunkte der Kategorie D erwerben, zertifiziert durch die Bayerische Lan­des­ärz­te­kam­mer. Dazu wählen sie einen Augenbereich aus, etwa Netzhaut oder Linse, und erhalten daraus zehn Bilder per Zufallsprinzip angezeigt.

In einem Bilderquiz werden nacheinander ein klinisches Bild und vier mögliche Diagnosen präsentiert, von denen nur eine korrekt ist. Das Quiz eignet sich auch für Medizinstudierende zur Vorbereitung auf die Augenklausur. Wöchentlich wird ein neuer Fall hierfür eingestellt. KBr

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