ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2019Bundesratsinitiative: Verbot von Mikroplastik in Kosmetika gefordert

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Bundesratsinitiative: Verbot von Mikroplastik in Kosmetika gefordert

Dtsch Arztebl 2019; 116(8): A-342 / B-280 / C-280

Hillienhof, Arne

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Kleinste Plastikperlen in Kosmetika gefährden die Gesundheit. Foto: picture alliance
Kleinste Plastikperlen in Kosmetika gefährden die Gesundheit. Foto: picture alliance

Mit einer Bundesratsinitiative gehen Hamburg und Thüringen gegen die Verwendung von Mikroplastik in Kosmetika vor. Beide Länder brachten am 15. Februar einen Entschließungsantrag in den Bundesrat ein, der zur weiteren Bearbeitung den zuständigen Ausschüssen zugewiesen wurde. Der Antrag solle das Aus für Kunststoffpartikel in Reinigungs-, Hygiene- und Kosmetikprodukten bringen, hatte der Hamburger Umweltsenator Jens Kerstan (Bündnis 90/Die Grünen) im Vorfeld erklärt. „Es wäre viel einfacher, wenn die Hersteller endlich auf Mikroplastik verzichten würden. Freiwilligkeit hat bislang wenig bewirkt, deshalb wollen wir über den Bundesrat ein Verbot der Kunststoffteilchen in Kosmetika erreichen.“

Kleinste Plastikperlen in Kosmetika seien eine unterschätzte, aber tückische Gefahr für die Umwelt, sagte Kerstan. „Sie sind oft so winzig, dass die heutigen Kläranlagen sie nicht vollständig herausfiltern können. Eine Umrüstung wäre teuer und müsste von den Wasserkunden finanziert werden.“ Über Abwässer und Klärschlämme gelange das Plastik in Gewässer und Böden. „Über Aufnahme durch Lebewesen wird es Teil der Nahrungskette und damit auch zu einer Belastung der menschlichen Nahrungsgrundlagen sowie möglicherweise der menschlichen Gesundheit“, heißt es in dem Antrag. Ein Entschließungsantrag mit ähnlichem Inhalt wurde aus Bayern in den Bundesrat eingebracht. hil

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