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Wir danken Frau Dr. Hummel für ihren wertvollen Diskussionsbeitrag und freuen uns über das positive Feedback. Entgegen ihrer Einschätzung zielt die Intervention aus unserer Sicht nicht auf jüngere und gesündere, sondern auf Patienten ab, wie sie in der hausärztlichen Versorgung typisch sind. Auf Ausschlusskriterien wie eine obere Altersgrenze oder körperliche Erkrankungen wurde bewusst verzichtet (1, 2); auch mittelgradige kognitive Defizite oder langjährige Benzodiazepinabhängigkeit stellten keinen Ausschlussgrund dar. Dementsprechend wiesen fast alle Patienten Komorbiditäten auf und 79,8 % der Patienten litten unter Schmerzen. Ein Anteil von 37,5 % ≥ 75 Jahre (n = 93) zeigt, dass nicht nur „junge Alte“ erreicht wurden.

Die Frage von Frau Dr. Hummel nach der Höhe der PHQ-Werte kann wie folgt beantwortet werden: Es kam aufgrund des Zeitraums von durchschnittlich drei Wochen zwischen Screening in der Hausarztpraxis und Studieneinschluss bei einigen Studienteilnehmern zu einem geringeren PHQ-Wert bei Baseline. So wiesen tatsächlich 5,6 % (14 Patienten) einen PHQ < 5 auf.

Der hohe Anteil der nicht remittierten Patienten sowohl in der Kontrollgruppe als auch in der Interventionsgruppe zeigt die Chronizität von Altersdepressionen.

Beiden Gruppen standen nach Studienende alle Möglichkeiten der ambulanten Versorgung zur Verfügung, von der Studienorganisation wurden keine besonderen Angebote vorgehalten.

Die Möglichkeit, die Studie zu verlassen und eine Richtlinienpsychotherapie zu beginnen, wurde nur von 6 der insgesamt 248 Teilnehmer wahrgenommen.

Auch wir sind der Meinung, dass es im Sinne gestufter Behandlungsprogramme sinnvoll wäre, für die schwerer und chronifiziert erkrankten Patienten einen weiteren Behandlungsschritt, zum Beispiel eine Richtlinienpsychotherapie oder eine stationäre Behandlung vorzuhalten. Diese Implementationsstudie bezog sich jedoch zunächst nur auf den niederschwelligen Zugang zur psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung und konnte, was für den Aufbau entsprechender Angebote wichtig ist, die Wirksamkeit ähnlicher Studien in anderen Gesundheitssystemen bestätigen.

DOI: 10.3238/arztebl.2019.0144b

Dr. phil. Lars P. Hölzel
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät,
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Parkklinik Wiesbaden Schlangenbad, Schlangenbad
hoelzel@parkklinik-schlangenbad.de

Prof. Dr. phil. Dr. med. Martin Härter
Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Dr. rer. biol. hum. Thomas Kloppe
Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Prof. Dr. med. Michael Hüll
Klinik für Alterspsychiatrie- und psychotherapie
Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie, Emmendingen

Interessenkonflikt

Der Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Hölzel LP, Bjerregaard F, Bleich C, et al.: Coordinated treatment of depression in elderly people in primary care—a cluster-randomized, controlled study (GermanIMPACT). Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 741–7. VOLLTEXT
2.
Wernher I, Bjerregaard F, Tinsel I, et al.: Collaborative treatment of late-life depression in primary care (GermanIMPACT): study protocol of a cluster-randomized controlled trial. Trials 2014; 15: 351 CrossRef MEDLINE PubMed Central
1.Hölzel LP, Bjerregaard F, Bleich C, et al.: Coordinated treatment of depression in elderly people in primary care—a cluster-randomized, controlled study (GermanIMPACT). Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 741–7. VOLLTEXT
2.Wernher I, Bjerregaard F, Tinsel I, et al.: Collaborative treatment of late-life depression in primary care (GermanIMPACT): study protocol of a cluster-randomized controlled trial. Trials 2014; 15: 351 CrossRef MEDLINE PubMed Central

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