ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2019Psychotherapie: Stufenmodell wird verschoben

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Psychotherapie: Stufenmodell wird verschoben

Dtsch Arztebl 2019; 116(9): A-397 / B-325 / C-321

afp; Schmedt, Michael

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Die große Koalition hat Pläne zu einer gestuften und gesteuerten Versorgung der Psychotherapie vorerst gestoppt. Gesundheitspolitiker von SPD und Union einigten sich mit Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) darauf, das Thema zu einem späteren Zeitpunkt anzugehen, wie eine Sprecherin der SPD-Fraktion bestätigte.

Eigentlich hatte Spahn die Psychotherapie im Rahmen seines geplanten Termingesetzes neu regeln wollen. Demnach sollten Versicherte künftig erst mit bestimmten Ärzten oder Psychotherapeuten reden, bevor sie eine Therapie beginnen können. So wollte Spahn die Wartezeiten in der Psychotherapie senken. SPD, Therapeutenverbände, Ärzte und Patientenvertreter hatten Spahns Pläne heftig kritisiert. Sie fürchteten eine zusätzliche neue Hürde, die für Patienten in der Versorgung aufgebaut würde. Das vorgeschlagene Verfahren sei Patienten nicht zumutbar. „Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht“, hatte Bundes­ärzte­kammerpräsident Frank Ulrich Montgomery das Stufenmodell kommentiert. Der Gesetzgeber beschränke mit dem Vorhaben nicht nur die Wahlfreiheit der Patienten. Eine solche Regelung speziell für Menschen mit psychischen Erkrankungen diskriminiere zudem die betroffenen Patientengruppen.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Maria Klein-Schmeink, begrüßte die Verschiebung. „Jetzt muss es darum gehen, endlich für Patientinnen und Patienten mit komplexem Unterstützungsbedarf vor Ort koordinierte und individuell passende Behandlungs- und Unterstützungsangebote zu ermöglichen“, erklärte sie. afp/mis

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