ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2019Randnotiz: Übergewichtig und unsportlich

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Randnotiz: Übergewichtig und unsportlich

Dtsch Arztebl 2019; 116(9): A-397 / B-325 / C-321

Maybaum, Thorsten

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Computerspieler sind übergewichtig, unsportlich und ungebildet. Drei Attribute, die der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) zufolge häufig fallen, wenn es um das klassische Gamer-Profil geht. Doch die Klischees sind überholt, wie kürzlich Prof. Dr. Ingo Froböse, Leiter des Instituts für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation der DSHS, betonte. Er hat gemeinsam mit dem Institut für Betriebliche Gesund­heits­förder­ung der AOK Rheinland/Hamburg rund 1 200 eSportler unterschiedlicher Leistungsstufen befragt. Eine zentrale Erkenntnis: Die überwiegende Mehrheit der Befragten ist jung, schulisch gut gebildet und sportlich aktiv. Rund 84 Prozent der Befragten betreiben zusätzlich zu ihrem eSport-Engagement klassischen Sport. Neben Ballsportarten wie Fußball stehen insbesondere Fitnesstraining und Radfahren hoch im Kurs. Allerdings erreichen auch nur knapp die Hälfte der Befragten das empfohlene Mindestmaß von 2,5 Stunden Bewegung in der Woche. Im Schnitt schneidet die eSport-Gruppe beim Übergewicht schlechter ab als der Gesamtdurchschnitt einer Referenzgruppe. Das sei auch ein Grund, warum man sich mit eSportlern beschäftigen sollte, so Froböse. „Was man hier sät, wird die Gesellschaft später ernten müssen“, sagte er. Sorgen machen der AOK Rheinland-Hamburg die langen Spielezeiten. 54 Prozent gaben an, 20 Stunden und mehr pro Woche zu spielen. Längere Sitzzeiten wirkten sich zwangsläufig negativ auf die Gesundheit aus und könnten nicht immer durch Sport kompensiert werden, hieß es von der Kasse. Sie will nun gezielte Präventionsangebote entwickeln.

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