ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2019Transplantation: Ethisch vertretbar
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Es ist zu begrüßen, dass endlich die Lebendspende mehr in den Vordergrund rückt. Diese muss dringend ausgeweitet werden, da so viele Patienten auf ein Spenderorgan warten. Sie sollte grundsätzlich ermöglicht werden, auch wenn kein verwandtschaftliches oder eng freundschaftliches Verhältnis zwischen Empfänger und Spender besteht. Voraussetzungen sind selbstverständlich eine gründliche Untersuchung und intensive Aufklärung des Spenders.

Man sollte sogar noch einen Schritt weitergehen und die Spender angemessen bezahlen, auch wenn diese aus altruistischen Gründen eine Honorierung ablehnen. So wie die Eizell- oder Samenspenden bezahlt werden, sollten auch Organspenden, allerdings deutlich höher, vergütet werden. Wenn zum Beispiel ein Nierenspender den Betrag einer Jahresdialyse (ca. 80 000 Euro) erhalten würde, würde das nicht nur mehr Spender motivieren, sondern auch die Krankenkassen, die diese Beträge zu zahlen hätten, finanziell entlasten, da die Kosten etlicher Dialysejahre entfallen. Da ein Organhandel ausgeschlossen werden müsste, dürfte die gerechte Bezahlung auch ethisch vertretbar sein.

Prof. Dr. med. Claus Werning, 50226 Frechen/Köln

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