ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2019Datenschutz: Unverständlich
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Es ist unverständlich, dass ein Ge­sund­heits­mi­nis­ter bei Wissen um die Unsicherheit der von ihm verfolgten elektronischen Patientenakte dieses Projekt mit einer erheblichen Starrsinnigkeit, bei der sogar Geldstrafen bei Verweigerung der Gefolgschaft angedroht werden, weiterverfolgt. Prof. H. Buchmann, Fachbereich Kryptografie-angewandte Computeralgebra, TU Darmstadt: „Ich gehe davon aus, dass alle heute genutzten Verschlüsselungsverfahren in den nächsten Jahren und Jahrzehnten geknackt werden. Die Rechenkapazitäten von Angreifern werden immer größer und ihre Angriffe besser. Alle verschlüsselten Daten können nach spätestens 30 Jahren offenliegen. Das ist ja das, was die NSA ausnutzt – sie zeichnet einfach alles auf und kann irgendwann darauf zugreifen.“

Die Meinung des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums zur geplanten Einführung einer zentralen elektronischen Patientenakte: „Wir machen die persönlichen Gesundheitsdaten so sicher wie den Zugang zum Onlinebanking“, offenbart ein hohes Maß an Naivität. Wer glaubt an die Sicherheit von Bankdaten? Hier darf mal kurz an den Kauf von Steuer-CDs und das vielfach ausgeübte Phishing erinnert werden. Erst kürzlich hörte man von der Internetpräsentation privater Politikertelefonnummern.

Dr. med. Franz-Josef Jörling, 48599 Gronau

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