ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2019Patienten mit Panikstörung in der Primärversorgung

MEDIZIN: Originalarbeit

Patienten mit Panikstörung in der Primärversorgung

Effekte eines Praxisteam-unterstützten Übungsprogramms. Eine Cluster-randomisierte Studie

Panic disorder in primary care: the effects of a team-based intervention—a cluster randomized trial

Dtsch Arztebl Int 2019; 116(10): 159-66; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0159

Gensichen, Jochen; Hiller, Thomas S.; Breitbart, Jörg; Brettschneider, Christian; Teismann, Tobias; Schumacher, Ulrike; Lukaschek, Karoline; Schelle, Mercedes; Schneider, Nico; Sommer, Michael; Wensing, Michel; König, Hans-Helmut; Margraf, Jürgen

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Hintergrund: Evaluation eines Praxisteam-unterstützten Übungsprogramms für Patienten mit Panikstörung mit/ohne Agoraphobie
(PDA, „panic disorder with/without agoraphobia“) in der Primärversorgung.

Methode: Diese kontrollierte Cluster-randomisierte Interventionsstudie in 73 Hausarztpraxen schloss 419 Patienten mit PDA ein (mittleres Alter: 46,2 Jahre [Standardabweichung: 14,4]; 74 % weiblich). Zur Eingangsmessung waren die Patienten hinsichtlich der Gruppenzugehörigkeit verblindet. In der Interventionsgruppe (36 Praxen, 230 Patienten) erhielten die Patienten 23 Wochen lang ein Übungsprogramm und Case Management. Patienten in der Kontrollgruppe (37 Praxen, 189 Patienten) wurden nach Standardtherapie behandelt. Primärzielgröße waren Angstsymptome (Beck-Angst-Inventar, BAI) nach sechs Monaten. Patienten wurden sechs (n = 338, 81 %) und zwölf (n = 318, 76 %) Monate nachverfolgt. Die Analyse folgte dem „intention to treat“-Prinzip.

Ergebnisse: Die Interventionsgruppe zeigte eine signifikant stärkere Verbesserung der Angstsymptome (p = 0,008). Die Gruppendifferenz in der Reduktion des BAI-Scores (Wertebereich: 0–63) betrug 3,0 Punkte (95-%-Konfidenzintervall: [−5,8; −0,2]) nach sechs Monaten und 4,0 Punkte [−6,9; −1,2] nach zwölf Monaten. In der Interventionsgruppe zeigten sich eine signifikant stärkere Reduzierung der Häufigkeit der Panikattacken (p = 0,019), des Vermeidungsverhaltens (p = 0,016) und der Depressivität (p < 0,001) sowie eine stärkere Verbesserung der Behandlungsqualität (p < 0,001).

Schlussfolgerung: Ein Praxisteam-unterstütztes Übungsprogramm in Kombination mit Case Management kann zu stärkeren Symptomverbesserungen bei Patienten mit PDA in der Primärversorgung führen als die hausärztliche Standardtherapie.

LNSLNS

Panikstörung mit/ohne Agoraphobie („panic disorder with/without agoraphobia“, [PDA]) ist mit einem Nachlassen der Lebensqualität der Betroffenen (1) und steigenden Kosten für das Gesundheitssystem verbunden (2). In Deutschland beträgt die Prävalenz der Panikstörung in der Primärversorgung etwa 5 % (3, 4). Trotz ihrer Häufigkeit wird eine Panikstörung oft weder erkannt noch behandelt (5). Für die meisten Patienten mit Panikstörung ist der Hausarzt der erste und oftmals der einzige Ansprechpartner (6). Kognitive Verhaltenstherapie und Antidepressiva sind effektive Behandlungsmöglichkeiten der ersten Wahl (7, 8).

Bisherige Studien nutzten kollaborative Versorgungsmodelle (Adaptionen von Wagners „chronic care“-Modell [9, 10]), um die Behandlung in der Primärversorgung zu optimieren. Diese Modelle beinhalteten zumeist systematisches Monitoring, eine Kooperation zwischen Primärversorger und Facharzt/Therapeut sowie psychiatrische Beratung (9, 11). Ein systematischer Review mit Metaanalyse zum Effekt kollaborativer Versorgung bei Patienten mit Angststörung in der Primärversorgung zeigte, dass die kollaborative Versorgung der Routinebehandlung (TAU, „treatment as usual“) überlegen war (Effektstärke für alle Angststörungen: standardisierte Mittelwertdifferenz [SMD]: 0,35; 95-%-Konfidenzintervall: [0,14; 0,56]; Effektstärke für Panikstörung: SMD: 0,59; [0,41; 0,78]) (12). Offenbar ziehen Angstpatienten psychotherapeutische Angebote wie kognitive Verhaltenstherapie (KVT) einer pharmakologischen Behandlung vor (13). KVT trägt auch über einen längeren Zeitraum zur klinischen Verbesserung bei (14).

In Deutschland kann es mehrere Monate dauern, einen Therapieplatz zu bekommen (15). Daher scheint ein an die Hausarztpraxis angepasstes, niedrigschwelliges Therapieangebot geeignet, diese Wartezeit zu überbrücken (16). Das Ziel dieser Studie war es, die Effekte eines Praxisteam-unterstützten Übungsprogramms mit Case Management bei Patienten mit Panikstörung in der Primärversorgung zu evaluieren. Die Hypothese lautete, dass diese Intervention nach sechs Monaten zu einer signifikanten Verbesserung der Angstsymptome im Vergleich zur Routinebehandlung führt.

Methoden

Studiendesign und Studienteilnehmer

Eine detaillierte Beschreibung der Methodik ist im eMethodenteil zu finden.

„Jena-PARADIES“ (Patient Activation foR Anxiety DIsordErS) war eine Cluster-randomisierte Interventionsstudie mit zweiarmigem Parallelgruppendesign (Interventionsgruppe versus TAU-Kontrollgruppe) (17). Um eine Kontamination von Kontrollgruppenpatienten zu vermeiden, waren Hausarztpraxen die Randomisierungseinheiten (Cluster).

Die Patienten wurden von den teilnehmenden Hausarztpraxisteams mithilfe der Overall Anxiety Severity and Impairment Scale (OASIS) (18) und des Panikmoduls des Gesundheitsfragebogens für Patienten (PHQ, Patient Health Questionnaire) (19) gescreent. Der Hausarzt bot Patienten mit auffälligen Fragebogenwerten ein diagnostisches Interview an, mit dem er die patientenseitige Studieneignung unter Zuhilfenahme validierter ICD-10-Checklisten (ICD, International Classification of Diseases) überprüfte (20).

Eingeschlossen wurden nur volljährige Patienten mit der Diagnose PDA (ICD-10: F41.0 oder F40.01). Ausschlusskriterien waren: Suizidalität, psychotische oder substanzbezogene Störungen, schwere körperliche Beeinträchtigungen, Schwangerschaft oder aktuelle angstspezifische Psychotherapie. Die Hausärzte verantworteten die Patienteneinschlüsse und nahmen den Patienten auch eine schriftliche informierte Einwilligung zur Studienteilnahme ab.

Randomisierung

Jeweils nach einer dreimonatigen Rekrutierungsphase erfolgte die Cluster-Randomisierung der Hausarztpraxen (Allokationsratio 1:1).

Interventionen

Das Praxisteam-unterstützte Expositionstraining umfasste evidenzbasierte KVT-Elemente (Psychoedukation, interozeptive und situative Angstexpositionsübungen) (21) sowie Interventionselemente aus dem „chronic care“-Modell (22).

Patienten in der Interventionsgruppe bekamen ein Therapiebegleitbuch, das Informationen zu Psychoedukation und Übungsdurchführung sowie Expositionsprotokollbögen enthielt. In einem 23-wöchigen Zeitraum waren vier strukturierte Arzttermine vorgesehen, wobei die ersten drei zur Einführung der KVT-Elemente dienten. Ab dem zweiten Arzttermin sollten die Patienten mindestens zweimal wöchentlich selbstständig Expositionsübungen durchführen. Um in regelmäßigen Abständen aktuelle Angstsymptome zu messen und die Therapieadhärenz zu stärken, führte eine Medizinische Fachangestellte (MFA) der Hausarztpraxis ein checklistengestütztes Telefonmonitoring durch (23). Bei suboptimalen Monitoringergebnissen konnten die Hausärzte weitere Patientenkontakte und/oder Anpassungen des Übungsplans veranlassen. Patienten in der Kontrollgruppe erhielten eine Routinebehandlung, das heißt leitlinienbasierte psychosoziale oder psychopharmakologische Behandlungsmaßnahmen (6, 24).

Die Hausärzte konnten alle medizinischen Maßnahmen und Überweisungen durchführen, die sie als notwendig erachteten.

Zielvariablen

Hauptzielvariable war die klinische Schwere der Angst, die mit dem Beck-Angst-Inventar (BAI) (25) erfasst wurde. Die Patienten beurteilten damit, wie stark sie durch 21 typische Angstsymptome in der vergangenen Woche belastet waren (Wertebereich: 0–63).

Sekundäre Zielvariablen umfassten

  • Anzahl und Schwere von Panikattacken, gemessen mit zwei Items (A1, A2) der Panik- und Agoraphobie-Skala (PAS) (26)
  • agoraphobisches Vermeidungsverhalten, gemessen mit dem Mobilitätsinventar (MI), Subskala „allein“ (27)
  • Depressivität, gemessen mit dem Gesundheitsfragebogen für Patienten (PHQ-9) (19)
  • Patientensicht auf die medizinische Betreuung, gemessen mit dem Patient Assessment of Chronic Illness Care (PACIC) (28).

Es erfolgten eine Baselinemessung (T0), ein 6-Monats- (T1) und ein 12-Monats-Follow-up (T2). Patientenseitige Baselinevariablen wurden von den Patienten oder von den Hausärzten berichtet.

Fallzahlberechnung

Bei einer Standardabweichung des BAI von 11 (2) ließe sich mit einer Power von 80 % eine standardisierte Effektgröße von 0,35 (das heißt eine BAI-Mittelwertdifferenz von 3,85 Punkten) in einer patientenrandomisierten Studie mit 130 Patienten pro Behandlungsgruppe mittels t-Test nachweisen. Unter Annahme einer Intracluster-Korrelation von 0,07 (2) und einer Clustergröße von sechs ergab sich ein Designeffekt von 1,35 (Korrekturfaktor zur Anpassung der Fallzahl bei Cluster-Randomisierung). Unter zusätzlicher Berücksichtigung einer Dropout-Rate von 20 % waren somit 222 Patienten aus 37 Praxen pro Behandlungsgruppe erforderlich.

Statistische Analyse

Die Analysen wurden mit SAS 9.4 durchgeführt und folgten dem „intention to treat“(ITT)-Prinzip. Zur Analyse der Interventionseffekte wurden lineare gemischte Modelle (LMM) und verallgemeinerte LMM angepasst, welche die hierarchische Datenstruktur berücksichtigten (Maximum-Likelihood-Methode) (29). Es werden Schätzer für die festen Effekte mit 95-%-Konfidenzintervallen berichtet. Der statistische Test hinsichtlich klinischer Verbesserungen bezog sich auf die Interaktion zwischen den Faktoren Behandlungsgruppe und Zeit (zweiseitiges α = 0,05).

Dem Ansatz der „klinischen Signifikanz“ (30) folgend wurden aus individuellen BAI-Scores dichotome Maße für das Ansprechen auf die Therapie und für Remission berechnet. „Ansprechen“ wurde als statistisch reliable BAI-Wert-Abnahme definiert. „Remission“ wurde definiert als BAI-Wert-Abnahme, die den gewichteten Mittelpunkt zwischen den empirischen BAI-Werte-Verteilungen in unserer Stichprobe (T0) und einer vergleichbaren Patientenstichprobe ohne Angststörungen unterschreitet (30, 31).

Die Daten zu Remission nach zwölf Monaten dienten zur Berechnung der Anzahl der notwendigen Behandlungen („number needed to treat“, [NNT]).

Ergebnisse

Studienverlauf

Die Grafik zeigt das CONSORT-Flussdiagramm. Die Clustergröße betrug im Median 6 (Interquartilabstand [IQR] 4–7). Insgesamt 219 Patienten (53,2 %) wurden vor der Praxisrandomisierung eingeschlossen. Das 6-Monats-Follow-up wurde von 175/230 (76 %) Patienten der Interventionsgruppe und von 163/189 (86 %) der Kontrollgruppe beantwortet, das 12-Monats-Follow-up respektive von 168/230 (73 %) und von 150/189 (79 %) (Dropout-Analyse in den eTabellen 1 und 2).

Studienteilnehmer

Beide Behandlungsgruppen ähnelten sich hinsichtlich der Praxis- und der Patientencharakteristika (Tabelle 1a und b). Vor der Intervention erlitten 341 Patienten (82 %) bis zu drei Panikattacken wöchentlich ( eTabelle 3), 73 (18  %) erlitten vier oder mehr. Die Schwere dieser Panikattacken (eTabelle 4) wurde von 96 Patienten (24 %) als leicht oder mittelschwer eingeschätzt und von 226 (55 %) als schwer oder extrem schwer. 143 Patienten (35 %) waren komorbid depressiv.

Stichprobenbeschreibung Hausarztpraxen
Stichprobenbeschreibung Hausarztpraxen
Tabelle 1a
Stichprobenbeschreibung Hausarztpraxen
Stichprobenbeschreibung hausärztlicher Patienten mit Panikstörung
Stichprobenbeschreibung hausärztlicher Patienten mit Panikstörung
Tabelle 1b
Stichprobenbeschreibung hausärztlicher Patienten mit Panikstörung

Interventionsdurchführung

Daten zur Durchführung der vorgesehenen Arzttermine konnten bei 199/230 Patienten (87 %) erhoben werden. Demnach erhielten 129 (65 %) alle vier Arzttermine, 152 (76 %) mindestens die ersten drei (welche die KVT-Elemente vermittelten), 168 (84 %) mindestens die ersten zwei und 17 (9 %) keinen Arzttermin (Angaben zu vorzeitigen Behandlungsabbrüchen in eTabelle 5).

Median wurden 10 MFA-Monitorings (IQR: 6–10) durchgeführt. Arzttermine nahmen im Mittel 27,4 Minuten (Standardabweichung [SD]: 5,8; Spannweite: 15–45) und MFA-Monitorings 8,2 Minuten (SD: 3,5; Spannweite: 2–30) in Anspruch. Die mittlere Dauer der gesamten Intervention (bis Arzttermin 4) betrug 157 Tage (IQR: 140–196).

In der Kontrollgruppe besuchten die Patienten ihren Hausarzt während der Interventionsphase im Median vier Mal (IQR: 3–6). Die Hausärzte der Kontrollgruppe nutzten die folgenden Interventionen am häufigsten:

  • Exploration psychosozialer Probleme (83 %)
  • Empfehlung, angstauslösende Reize nicht zu vermeiden (72 %) sowie
  • Verschreibung von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) (62 %), Benzodiazepinen bei Bedarf (40 %) und/oder trizyklischen Antidepressiva (18 %) (24).

Analyse der Hauptzielvariablen

Die ITT-Analyse (Tabelle 2) zeigte, dass es zum 6-Monats-Follow-up in beiden Gruppen zu einem deutlichen Rückgang der mittleren Schwere der Angst (BAI, Wertebereich: 0–63) gekommen war (Interventionsgruppe: −8,5 [−10,3; −6,6], Kontrollgruppe: −5,4 [−7,3; −3,4]; Rohdaten in eTabelle 6). Zwischen dem 6-Monats- und dem 12-Monats-Follow-up setzte sich dieser Trend in geringerem Ausmaß fort. Eine signifikante Interaktion der Faktoren Gruppe und Zeit (p = 0,008) bestätigte, dass sich die Interventionsgruppe stärker verbessert hatte als die Kontrollgruppe. Die Gruppenunterschiede in den mittleren BAI-Werten betrugen: nach sechs Monaten −3,0 [−5,8; −0,2] und nach zwölf Monaten −4,0 [−6,9; −1,2]. Der Praxisstandort (städtisch versus ländlich [Stratifizierungsvariable]) hatte keinen signifikanten Einfluss (p = 0,93). Eine Sensitivitätsanalyse mittels multipler Imputation (eMethodenteil) bestätigte diese Ergebnisse.

Intention to treat“- Analyse der Zielvariablen *1
Intention to treat“- Analyse der Zielvariablen *1
Tabelle 2
Intention to treat“- Analyse der Zielvariablen *1

Wie die explorativen Analysen individueller BAI-Wert-Veränderungen zeigten, kam es in der Interventionsgruppe häufiger zu einem Ansprechen der Patienten auf die Therapie (das heißt Abnahme des BAI-Werts um mindestens 10,3 Punkte). Nach sechs Monaten trat dies in der Interventionsgruppe bei 59 Patienten (37 %), in der Kontrollgruppe bei 46 Patienten (31 %) auf; nach zwölf Monaten respektive bei 66 (42 %) und 45 (32 %). Ebenfalls kam es in der Interventionsgruppe deutlich häufiger zu einer Remission der Beschwerden (das heißt Abnahme des BAI-Werts auf weniger als 11,1 Punkte). Nach sechs Monaten war dies in der Interventionsgruppe bei 44 Patienten (27 %), in der Kontrollgruppe bei 19 Patienten (13 %) zu verzeichnen; nach zwölf Monaten respektive bei 54 (34 %) und 23 (16 %). Die NNT betrug 6.

Analyse sekundärer Zielvariablen

In beiden Gruppen verringerte sich die Zahl der Panikattacken (eTabelle 7); der Rückgang war in der Interventionsgruppe statistisch signifikant größer als in der Kontrollgruppe (p = 0,019). Auch die Verbesserungen beim agoraphobischen Vermeidungsverhalten (MI), bei der Depressivität (PHQ-9) und bei der wahrgenommenen Versorgungsqualität (PACIC) fielen in der Interventionsgruppe statistisch signifikant größer aus als in der Kontrollgruppe (Tabelle 2). Die Schwere der Panikattacken verringerte sich in beiden Gruppen (eTabelle 8, p = 0,13). 55 % der Patienten berichteten von einer Psychopharmaka-Einnahme (eTabelle 9); diesbezüglich bestanden zum 12-Monats-Follow-up keine Unterschiede zwischen beiden Gruppen.

Diskussion

Das Praxisteam-unterstützte Expositionstraining führte bei Patienten mit Panikstörung mit/ohne Agoraphobie zu einem stärkeren Rückgang der Angstsymptome als die Routinebehandlung. Das durchschnittliche Angstniveau verbesserte sich während der Interventionsphase in beiden Behandlungsgruppen von stark zu mäßig. Gruppenunterschiede in der Angstabnahme waren gering bis moderat ausgeprägt, vergleichbar in etwa mit Effektstärken von Angstmaßen, die in kollaborativen Versorgungsstudien mit Beteiligung von Fachspezialisten beobachtet wurden (12, 32, 33). Die Effekte blieben über zwölf Monate hinweg stabil. Dies kann darauf hinweisen, dass Patienten in der Interventionsgruppe Gesundheitsverhalten und Selbstmanagementstrategien erlernt haben, aufgrund derer sich die Behandlungsfortschritte verstetigten (34).

Mit den Daten zur 12-Monats-Remission errechnete sich die NNT von 6. Dies spricht für eine relativ gute Wirksamkeit der Intervention (35) und ist mit den Ergebnissen ähnlicher Studien vergleichbar (13). Die Interventionsgruppe erreichte statistisch signifikant stärkere Verbesserungen des Vermeidungsverhaltens und der Depressivität. Dies könnte die Interaktion zwischen Hausarzt und Patient erleichtert und die patientenseitige Adhärenz verbessert haben (36).

In einer früheren Studie, in der Hausärzte in der Angstbehandlung geschult wurden, wurden keine Effekte auf klinische Zielgrößen festgestellt (2). Die von uns festgestellten Behandlungseffekte sind vergleichbar mit Studien zu „Stepped Care“ oder kollaborativen Versorgungsmodellen zur Angststörung in der Primärmedizin, die alle einen Psychologen/Psychotherapeuten und/oder anderes Fachpersonal einbezogen, um die Interventionen durchzuführen oder zu überwachen (13, 32, 33, 37). Unsere Studie zeigt, dass Praxisteam-unterstützte Interventionen machbar sind. Das Angebot von niedrigschwelligen Interventionen in der Primärversorgung kann dazu beitragen, Patientensicherheit, Versorgungsqualität und Zugang zu evidenzbasierten Behandlungen zu optimieren. Zukünftige Studien sollten untersuchen, ob hausarztpraxisbasierte Interventionen mit Veränderungen der Inanspruchnahme primärmedizinischer oder psychotherapeutischer Angebote assoziiert sind.

Verglichen mit anderen Studien war die Einhaltung der Therapie durch die Patienten gut (37, 38). Zusätzliche Analysen individueller BAI-Wert-Veränderungen zeigten, dass Angstsymptome in circa einem Drittel der Patienten in der Interventionsgruppe remittierten. Da dies doppelt so viele sind wie in der Kontrollgruppe, kann man davon ausgehen, dass die Intervention effektiv war. Künftige Studien sollten Patientencharakteristika untersuchen, die mit der Akzeptanz und dem Nutzen der Intervention assoziiert sind, um Entscheidungen über individuelle Behandlungen zu erleichtern. Basierend auf der verringerten Follow-up-Datenmenge zu Pharmakotherapie und auf der limitierten Qualität der Patientenselbstauskunft gehen wir nicht davon aus, dass die Intervention einen Effekt auf die Psychopharmakotherapie hatte.

Stärken der Studie

In einer großen Stichprobe von Patienten in der Primärversorgung wurde eine Intervention evaluiert, die den Patienten befähigt und bestärkt, selbstständig Expositionsübungen durchzuführen (21). Für eine Übertragbarkeit der Ergebnisse wurde die Studie in Einzelpraxen oder kleinen Praxen durchgeführt, die typisch sind für die allgemeinmedizinische Versorgung in Deutschland und den Großteil der Gesundheitsversorgung sicherstellen (39).

Nachteile der Studie

Etwa die Hälfte der Patienten wurde unverblindet rekrutiert, woraus eine Selektionsverzerrung entstehen könnte. Dagegen spricht jedoch, dass sich die Patienten, die vor und nach der Praxisrandomisierung eingeschlossen wurden, hinsichtlich sozioökonomischer und klinischer Baseline-Daten nicht wesentlich unterschieden. In der Interventionsgruppe war der Anteil fehlender Follow-up-Daten zwar höher als in der Kontrollgruppe, insgesamt jedoch ähnlich hoch wie in anderen Studien zu KVT-orientierten Interventionen in der Primärversorgung (13). Die in dieser Studie verwendeten LMM-Analysen sind dazu geeignet, einer Überschätzung der Effekte entgegenzuwirken. Darüber hinaus führten wir eine Sensitivitätsanalyse mit multipler Imputation fehlender Datenpunkte durch, welche die Ergebnisse der Primäranalyse replizierte. Der BAI ist zwar ein generisches Angstmaß, jedoch in der Lage, panikstörung-typische Symptome zu erfassen; Validität und Änderungssensitivität im primärmedizinischen Bereich wurden belegt (31, 37). Die Reliabilität des BAI in unserer Stichprobe war exzellent. Wartezeiten auf die Intervention sollte die Symptomschwere nicht beeinträchtigt haben: Zum einen wurden die Hausärzte in beiden Gruppen mit klinischen Versorgungsleitlinien vertraut gemacht; zum anderen profitierten Patienten der Kontrollgruppe von der Studienteilnahme im Sinne gut organisierter hausärztlicher Versorgung und größerer klinischer Aufmerksamkeit (40).

Fazit

Hausärztliche Praxisteams (Hausarzt und MFA) können Patienten mit PDA erfolgreich mit Elementen der KVT und kontinuierlichem Case Management behandeln. Die Intervention wurde in für Deutschland typischen kleinen Allgemeinarztpraxen durchgeführt, wo die Resources oft limitiert sind und umfangreiche kollaborative Versorgungsmodelle nur schwer implementiert werden können.

Danksagung
Die Autoren danken allen teilnehmenden Hausärzten, dem nichtärztlichen medizinischen Fachpersonal und den Patienten sowie den wissenschaftlichen Mitarbeitern des Instituts für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Jena-PARADIES-Studiengruppe.

Collaborators

Dr. Wolfgang Blank, Kirchberg im Wald; Dr. Florian Bleibler, Hamburg-Eppendorf; Jörg Breitbart, Jena; Dr. Christian Brettschneider, Hamburg-Eppendorf; Anne Brokop, Jena; Prof. Dr. Jochen Gensichen, München; Thomas Hiller, Jena; Dr. Heike Hoyer, Jena; Dr. Bert Huenges, Bochum; Michelle Kaufmann, Jena; Prof. Dr. Hans-Helmut König, Hamburg-Eppendorf); Dr. Armin Mainz, Korbach; Prof. Dr. Jürgen Margraf, Bochum; Pauline Masopust, Jena; Alexander Piwtorak, Jena; Rebekka Salzmann, Jena; Prof. Dr. Sylvia Sänger, Jena; Mercedes Schelle, Jena; Prof. Dr. Peter Schlattmann, Jena; Dr. Konrad Schmidt, Jena; Nico Schneider, Jena; Elisabeth Schöne, Jena; Dr. Sven Schulz, Jena; Dr. Ulrike Schumacher, Jena; Michael Sommer, Jena; Monika Storch, Jena; Dr. Tobias Teismann, Bochum; Franziska Theune-Hobbs, Jena; Dr. Paul Thiel, Jena; Prof. Dr. Michel Wensing, Heidelberg

Verfügbarkeit der Daten und des Materials
Die den in der Studie veröffentlichten Ergebnissen zugrundeliegenden Daten unterliegen Zugangsbeschränkungen und können nicht frei zugänglich gemacht werden. Die Daten können im Zuge einer individuellen Projektvereinbarung beim Principal Investigator (PI) der Studie, Prof. Gensichen (Jochen.Gensichen@med.uni-muenchen.de), angefragt werden.

Studienregistrierung
Current Controlled Trials (www.isrctn.com/ISRCTN64669297)

Deutsches Register Klinischer Studien (www.drks.de/drks_web/navigate.do?navigationId=trial.HTML&TRIAL_ID=DRKS00004386)

Förderung
Die Studie wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert (Fördernummer: 01GY1146).

Ethikkommission und Einverständniserklärung
Die Ethikkommission der Friedrich-Schiller-Universität Jena bewilligte das Studienprotokoll am 17. August 2012 (No. 3484–06/12). Alle teilnehmenden Ärzte und Patienten gaben ihre schriftliche informierte Einwilligung zur Studienteilnahme.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 4. 7. 2018, revidierte Fassung angenommen: 25. 1. 2019

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Jochen Gensichen
Institut für Allgemeinmedizin
Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München
Pettenkoferstraße 10
80336 München
jochen.gensichen@med.uni-muenchen.de

Zitierweise
Gensichen J, Hiller TS, Breitbart J, Brettschneider C, Teismann T, Schumacher U, Lukaschek K, Schelle M, Schneider N, Sommer M, Wensing M, König HH, Margraf J on behalf of the Jena-PARADIES study group: Panic disorder in primary care: the effects of a team-based intervention—a cluster randomized trial. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 159–66. DOI: 10.3238/arztebl.2019.0159

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
eMethodenteil, eTabellen:
www.aerzteblatt.de/19m0159 oder über QR-Code

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Prof. Dr. med. Jochen Gensichen, PD Dr. phil. Karoline Lukaschek
Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Jena: Prof. Dr. med. Jochen Gensichen, Dipl.-Psych. Thomas S. Hiller, Jörg Breitbart, Mercedes Schelle, Dipl.-Biol. Nico Schneider, Dr. med. Michael Sommer, Prof. Dr. Michel Wensing
Institut für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Jena: Dipl.-Biol. Nico Schneider
Institut für Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung,
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: Dr. rer. biol. hum. Christian Brettschneider,
Prof. Dr. med. Hans-Helmut König
Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit, Ruhr-Universität Bochum: PD Dr. phil. Tobias Teismann, Prof. Dr. rer. soc. Jürgen Margraf
Zentrum für klinische Studien, Universitätsklinikum Jena: Dr. rer. medic. Ulrike Schumacher
Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Universitätsklinikum Heidelberg: Prof. Dr. Michel Wensing
*1 Beide Autoren teilen sich die Erstautorenschaft.
*2 Beide Autoren teilen sich die Letztautorenschaft.
*3 Die Liste mit den Namen aller Collaborators befindet sich am Ende des Beitrags.
Stichprobenbeschreibung Hausarztpraxen
Stichprobenbeschreibung Hausarztpraxen
Tabelle 1a
Stichprobenbeschreibung Hausarztpraxen
Stichprobenbeschreibung hausärztlicher Patienten mit Panikstörung
Stichprobenbeschreibung hausärztlicher Patienten mit Panikstörung
Tabelle 1b
Stichprobenbeschreibung hausärztlicher Patienten mit Panikstörung
Intention to treat“- Analyse der Zielvariablen *1
Intention to treat“- Analyse der Zielvariablen *1
Tabelle 2
Intention to treat“- Analyse der Zielvariablen *1
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