ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/201920 Jahre Psychotherapeutengesetz: Die Geschichte von PP

EDITORIAL

20 Jahre Psychotherapeutengesetz: Die Geschichte von PP

PP 18, Ausgabe März 2019, Seite 97

Bühring, Petra

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Vor gut 20 Jahren, am 1. Januar 1999, ist das Psychotherapeutengesetz in Kraft getreten. Ein Anlass, den die Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK) gerade mit einem Festakt gefeiert hat (siehe Seite 100 „Initialzündung für die Integration“). Die BPtK gab es vor 20 Jahren ebenso wenig wie die Landespsychotherapeutenkammern, bei denen im Übrigen Niedersachsen den Anfang der Gründungen machte. Psychologische Psychotherapeuten (PP) und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJP) hatten keine direkten Abrechnungsmöglichkeiten mit den Krankenkassen, sondern waren im Rahmen der Kostenerstattung tätig. Patienten durften sie nur auf Anweisung eines Arztes behandeln. In der Selbstverwaltung hatten sie keine Mitsprache. Von Integration oder gleichberechtigtem Miteinander keine Spur.

Auch diese Fachzeitschrift existierte vor 20 Jahren noch nicht – sie ist sozusagen ein Nebenprodukt des Psychotherapeutengesetzes, entstanden durch die Bereitschaft des damaligen Chefredakteurs des Deutschen Ärzteblattes (DÄ), Norbert Jachertz, „für die Integration von Ärzten und Psychologen einzutreten und einem Auseinanderdriften der Berufsgruppen entgegenzuwirken“. So schrieb er anlässlich der Gründung von PP im Januar 2002. Mit dem Konzept einer eigenen Monatszeitschrift auf 48 Seiten für die Zielgruppe der PP und KJP erfüllte die Redaktion zum einen die Verpflichtung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der neuen Berufsgruppe in der vertragsärztlichen Versorgung ihre Bekanntgaben zugänglich zu machen (siehe Seite 140). Im werden nämlich traditionell die Bekanntgaben seiner Herausgeber – der Bundes­ärzte­kammer und der KBV – sowie von Institutionen, die von den Herausgebern benannt worden sind wie beispielsweise der Gemeinsame Bundes­aus­schuss, veröffentlicht. Zum anderen sollte die neue Zielgruppe neben den Bekanntgaben für sie relevante Artikel aus dem , psychotherapeutische Fachbeiträge und ein Leserforum erhalten. Gerade letzteres erschien damals immens wichtig, weil das Gefühl der Benachteiligung im Vertragsärztlichen System sehr ausgeprägt war. Auch diesem Gefühl wollte die Redaktion damals mit der Gründung einer eigenen Ausgabe begegnen. Zuvor sorgte die „Ausgabe P“, eine 16-seitige wöchentliche Zusammenstellung von Bekanntgaben und Beiträgen aus dem , die von Mai 2000 bis Dezember 2001 erschien, doch für einigen Unmut: Man wolle die Psychotherapeuten mit solch einer „Schmalspurausgabe“ abspeisen und den Keil zwischen ihnen und den Ärzten noch tiefer treiben, lauteten die Vorwürfe. Einige forderten in dieser Zeit den Bezug des Deutschen Ärzteblattes – eine damals zwar verständliche, aber wegen der vielen nicht PP-relevanten Themen der Hauptausgabe weniger gute Lösung. Die neue Zeitschrift PP kam gut an: jede Ausgabe besteht inzwischen zu zwei Dritteln aus eigens produzierten Beiträgen und zu einem Drittel aus solchen, die auch im DÄ erschienen sind. Sie kam so gut an, dass lange Zeit viele ärztliche Psychotherapeuten, als reguläre Bezieher des , zusätzlich PP erhalten wollten. Das änderte sich erst mit der Ausweitung des digitalen Angebots der Redaktion: die gesamte PP-Ausgabe ist unter www.aerzteblatt.de im Volltext kostenfrei verfügbar. Wir glauben, dass PP zur Integration beigetragen hat.

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