ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2019Psychotherapeutische Versorgung: Berufsgruppenübergreifend und koordiniert

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Psychotherapeutische Versorgung: Berufsgruppenübergreifend und koordiniert

Bühring, Petra

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Die Koalition hat den umstrittenen Passus zur „gestuften und gesteuerten Versorgung“ (§ 92 Abs 6 a SGB V) aus dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) gestrichen. Die Bundestagspetition gegen den Passus, die rund 217 000 Mitzeichner hatte, war somit erfolgreich.

Diese Regelung wurde nun abgeändert in den Kabinettsentwurf zur Reform der Psychotherapeutenausbildung aufgenommen. Der Entwurf enthält einen Auftrag an den Gemeinsamen Bundessauschuss (G-BA) zur Ergänzung der Psychotherapie-Richtlinie. Um eine verbesserte und zeitgerechtere psychotherapeutische Versorgung zu erreichen, wird der G-BA beauftragt, eine berufsgruppenübergreifende koordinierte Zusammenarbeit der Psychotherapeuten mit anderen Leistungserbringern zu regeln. „Nach der Sprechstunde und der Akutbehandlung als ersten Schritt für einen schnellen Zugang muss es auch weitergehen können, wenn eine psychische Erkrankung diagnostiziert wurde“, sagte Sabine Weiss, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium bei der Festveranstaltung der Bundespsychotherapeutenkammer am 19. Februar. Wichtig sei ein gut koordinierter Zugang zur Psychotherapie ohne lange Wartezeiten, vor allem für schwer psychisch Kranke, die sich kaum selbst helfen könnten.

„Wir können uns vieles vorstellen, um die Versorgung zu verbessern, zum Beispiel Erleichterungen bei der Gruppenpsychotherapie, niedrigschwellige psychotherapeutische Maßnahmen, eine bessere berufsgruppenübergreifende Kooperation“, sagte Barbara Lubisch, Bundesvorsitzende der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung. Konzepte zur interdisziplinären, koordinierten und strukturierten Versorgung seien schon gemeinsam mit Fachärzten erarbeitet worden. „Diese gilt es jetzt durch eine gesetzliche Formulierung zu ermöglichen“, fordert Lubisch. PB

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