ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2019Sucht und Drogen: Mehr Hilfen für Kinder suchtkranker Eltern

AKTUELL

Sucht und Drogen: Mehr Hilfen für Kinder suchtkranker Eltern

PP 18, Ausgabe März 2019, Seite 102

KNA

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Kinder suchtkranker Eltern haben ein dreibis viermal höheres Risiko selbst zu erkranken. Foto: Africa Studio/stock.adobe.com
Kinder suchtkranker Eltern haben ein dreibis viermal höheres Risiko selbst zu erkranken. Foto: Africa Studio/stock.adobe.com

Nach Angaben von Experten wachsen in Deutschland rund drei Millionen Kinder in Familien mit suchtkranken Eltern auf. Für die betroffenen Kinder könne dies schwerwiegende Folgen haben, erklärte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU). Sie seien besonders gefährdet, im Erwachsenenalter psychisch zu erkranken oder selbst suchtkrank zu werden, so Mortler weiter. Seit dem vergangenen Jahr erarbeitet eine von der Bundesregierung auf Beschluss des Bundestages eingesetzte Gruppe aus Experten und Fachbeamten Empfehlungen zur Verbesserung der Situation der Kinder psychisch kranker und suchtkranker Eltern. Diese sollen dem Bundestag im Sommer dieses Jahres vorgelegt werden.

Der Paritätische Gesamtverband sprach von „dramatischen Folgen“ für die Kinder. Sie erführen wenig Unterstützung, so der Vorsitzende Prof. Dr. rer. pol. Rolf Rosenbrock. Zudem lebten sie in Angst, dass die Andersartigkeit der Familie bekannt werde. Sie übernähmen dann eine Rolle, die weder ihren Kräften noch ihrem Entwicklungsstand entspräche. Zudem hätten sie ein drei- bis viermal höheres Risiko selbst zu erkranken. Rosenbrock forderte für die Kinder eine niedrigschwellige Beratung und einen Ausbau der Beratungsstellen. Es brauche mehr Kooperationen etwa zwischen dem medizinischen Versorgungssystem, der Jugendhilfe und der Suchthilfe. Notwendig sei zudem eine Entstigmatisierungskampagne. kna

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema