ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2019Studierende: Hohe Prävalenz psychischer Erkrankungen

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Studierende: Hohe Prävalenz psychischer Erkrankungen

PP 18, Ausgabe März 2019, Seite 132

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Ein internationales Wissenschaftlerteam um Randy Auerbach von der Columbia University in New York (USA) hat die Daten einer Umfrage ausgewertet, die in 8 Ländern (unter anderem in Deutschland) an 19 Colleges und Universitäten mit 13 984 Teilnehmern durchgeführt worden ist. Die Teilnehmer waren junge Studierende in ihrem ersten Jahr. Durch die Umfrage sollte herausgefunden werden, wie verbreitet psychische Erkrankungen wie Major Depression, Manie, Generalisierte Angststörung, Panikstörung, Alkohol- und Substanzabhängigkeit in dieser Population waren.

Es zeigte sich, dass 35 Prozent der Studierenden schon einmal von einer und mehreren Erkrankungen betroffen und 31 Prozent akut erkrankt waren. „Psychische Erkrankungen sind unter Studierenden weit verbreitet“, folgern die Autoren. Die Teilnehmer litten vor allem unter Depressionen, gefolgt von Angststörungen. In der Regel traten die Erkrankungen bereits im mittleren Jugendalter auf und blieben bis zum Befragungszeitpunkt bestehen. Nach Meinung der Wissenschaftler können sich die Erkrankungen im weiteren Studienverlauf verstärken, etwa durch unregelmäßige Essens- und Schlafenszeiten, Ausprobieren von Alkohol und Drogen sowie durch Leistungsdruck und Prüfungsangst. Darüber hinaus war festzustellen, dass Personen mit weiblichem Geschlecht, höherem Alter, unverheirateten oder geschiedenen Eltern, schlechten Schulnoten und einer geringen inneren Motivation für das Studium häufiger von psychischen
Erkrankungen betroffen waren.

Die Autoren gehen von einem hohen Bedarf an psychologischen und psychotherapeutischen Behandlungsangeboten für Studierende aus und empfehlen unter anderem niedrigschwellige Online-Hilfen. ms

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Auerbach RP, Mortier P, Bruffaerts R,et al: WHO World Mental Health Surveys International College Student Project: Prevalence and distribution of mental disorders. Journal of Abnormal Psychology 2018; 127 (7): 623–38.

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