ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2019Kulturkalender: Losgelöst von Zeit und Raum

KULTUR

Kulturkalender: Losgelöst von Zeit und Raum

PP 18, Ausgabe März 2019, U3

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

BERLIN

bis 30. Juni:

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Mantegna und Bellini

© Fondazione Querini Stampalia, Venedig/cameraphoto arte snc
© Fondazione Querini Stampalia, Venedig/cameraphoto arte snc

Um 1472 malte Giovanni Bellini „Die Darbringung Christi im Tempel“ auf Holz (Bild), circa 15 Jahre nach Andrea Mantegnas gleichnamigem Gemälde. Die beiden Leitfiguren der italienischen Frührenaissance widmeten sich öfters denselben Bildmotiven, waren etwa gleich alt und zudem verwandtschaftlich verbunden. Ihre künstlerische Nähe und jeweiligen stilistischen Besonderheiten thematisiert die zusammen mit der National Gallery London erarbeitete Schau anhand von rund 100 Meisterwerken. Die kraftvollen, plastischen Figuren Mantegnas, der als Hofmaler im norditalienischen Mantua wirkte, stehen im reizvollen Dialog mit den emotionaleren Gemälden Bellinis, der offizieller Maler der Republik Venedig war und dort einen florierenden Kunstbetrieb unterhielt.

Gemäldegalerie, Matthäikirchplatz,
Di./Mi./Fr. 10–18, Do. 10–20, Sa./So. 11–18 Uhr

MANNHEIM

10. März bis 16. Juni:

Margiana

Das historische Reich Margiana im Osten Turkmenistans erlebte vor mehr als 4 000 Jahren zeitgleich mit den Zivilisationen in Mesopotamien und dem alten Ägypten seine Blüte. Anlass der Schau sind die spektakulären Ausgrabungen in der ehemaligen Metropole Gonur Depe, einem der größten je entdeckten bronzezeitlichen Siedlungskomplexe. Besonders reizvoll: Zusammen mit den Funden sind faszinierende Aufnahmen des Landes, seiner Bewohner und der archäologischen Stätten von der renommierten Fotografin Herlinde Koelbl zu sehen.

Reiss-Engelhorn-Museen, Museum Weltkulturen D5, Di.–So. 11–18, 20. März 11–20 Uhr

KÖLN

29. März bis 30. Juni:

Anja Niedringhaus – Bilderkriegerin

Vor fast fünf Jahren kam die Dokumentarfotografin und Fotojournalistin Anja Niedringhaus in Afghanistan ums Leben. Ihre vielfach ausgezeichneten, künstlerisch anspruchsvollen Arbeiten entstanden auf dem Balkan, in Afrika, im Irak und immer wieder in Afghanistan. 2005 erhielt sie als erste deutsche Fotografin den Pulitzerpreis. Ihre Porträtaufnahmen und Sportfotografien fesseln ebenso wie ihre Bilder aus Kriegs- und Krisenregionen. Die verschiedenen Motive werden erstmals sämtlich in Farbe präsentiert.

Käthe Kollwitz Museum, Neumarkt 18–24,
Di.–Fr. 10–18, Sa./So. 11–18 Uhr

MÜNCHEN

8. März bis 28. Juli:

El Anatsui. Triumphant Scale

Seine Holz-, Ton- und Keramikskulpturen, seine Kronkorkenobjekte und riesigen Installationen sind weltweit ausgestellt – etwa 1990 und 2007 bei der Biennale Venedig oder 2008/09 im New Yorker Metropolitan Museum of Art. El Anatsui (*1944 in Ghana) gilt als berühmtester lebender afrikanischer Künstler. Die Retrospektive lädt zu einer Entdeckungsreise durch sein 50-jähriges Schaffen ein, das aus seiner Überzeugung erwuchs, große Kunst könne in jeder spezifischen Situation und Umgebung entstehen.

Haus der Kunst, Prinzregentenstr. 1,

tgl. 10–20, Do. 10–22 Uhr

Schwerin

29. März bis 26. Mai:

Duchamp. Das Unmögliche sehen

Das Staatliche Museum beherbergt die zweitgrößte Sammlung in Deutschland zu Marcel Duchamp, der die Kunst des 20. Jahrhunderts prägte wie kaum ein anderer und bis heute viele Künstler inspiriert. Darunter sind John Cage, Marcel Broodthaers, Nam June Paik, Ben Vautier, AK Dolven und Werner Reiterer, deren Werke in der Ausstellung Duchamps Bildern, Karikaturen und Ready Mades (ironisch zur Kunst erklärte Fundstücke und Alltagsgegenstände) gegenüberstehen.

Staatliches Museum, Alter Garten 3, Di.–So. 11–17 Uhr (im März), ab 2. April 11–18 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Sauerbruch – legendär und umstritten

© Hamburger Kunsthalle/bpk, Foto: Elke Walford
© Hamburger Kunsthalle/bpk, Foto: Elke Walford

Eine wissenschaftlich anerkannte Biografie des berühmten deutschen Chirurgen Ferdinand Sauerbruch (Bild: 1932 porträtiert von Max Liebermann) gibt es bis heute nicht. Dafür richtet derzeit die zweite Staffel der TV-Serie „Charité“ ausschnittartig den Blick auf sein umstrittenes Wirken während des Nationalsozialismus. Eine umfassendere Sicht auf den legendären Arzt bietet das Medizinhistorische Museum der Berliner Charité: Die hochinteressante Ausstellung thematisiert Sauerbruchs Werdegang, seine medizinischen Leistungen und Innovationen, seine komplexe Persönlichkeit und ambivalente politische Haltung im Kontext seiner Zeit. Sie möchte damit auch die Frage stellen, „was ein Leben für Medizin und Wissenschaft in Verantwortung bis heute ausmacht“.

„Auf Messers Schneide. Der Chirurg Ferdinand Sauerbruch zwischen Medizin und Mythos“, Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité, Charitéplatz 1, Berlin, Di./Do./Fr./So. 10–17, Mi./Sa. 10–19 Uhr

(22. März 2019 bis 2. Februar 2020).

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