ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2019Ausländische Pflegekräfte: Berufliche Integration ist oft schwierig

AKTUELL

Ausländische Pflegekräfte: Berufliche Integration ist oft schwierig

Dtsch Arztebl 2019; 116(10): A-451 / B-371 / C-367

Hillienhof, Arne; KNA

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Krankenhäuser und Altenpflegeeinrichtungen stellen zunehmend Pflegekräfte ein, die ihren Berufsabschluss im Ausland erworben haben. Deren Integration in die betrieblichen Abläufe gestaltet sich häufig schwierig. Das geht aus einer Studie des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität Frankfurt am Main hervor, die gemeinsam mit dem Institut für Sozialforschung (IfS) erstellt wurde. Gefördert wurde die Studie von der Hans-Böckler-Stiftung.

Die Zahl der Pflegefachkräfte mit ausländischem Abschluss ist von 1 500 im Jahr 2012 auf 8 800 im Jahr 2017 angestiegen. Dabei bildeten sich in den Einrichtungen nicht selten zwei zerstrittene Lager: mit etablierten Pflegern auf der einen und Neuankömmlingen auf der anderen Seite.

In vielen Herkunftsländern würden Pflegefachkräfte an Hochschulen ausgebildet, heißt es in der Studie. Gleichzeitig übernähmen Fachkräfte etwa in Südeuropa mehr Management- und Behandlungsaufgaben, die in Deutschland Ärzten vorbehalten seien. Umgekehrt sei es für ausländische Pflegekräfte oft ungewöhnlich, Patienten beim Essen oder der Körperpflege zu unterstützen. Die Unzufriedenheit sei teilweise groß, schreiben die Autoren der Studie. So hätten viele der zugewanderten Pflegekräfte den Eindruck, „unter Wert“ arbeiten zu müssen. Die in Deutschland ausgebildeten Pflegefachkräfte kritisieren umgekehrt, dass neu zugewanderte Kollegen schon wegen mangelnder Sprachkenntnisse im stressigen Arbeitsalltag nicht voll einsetzbar seien. hil/kna

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema