ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2019Belgien: Zwei Prozent der Todesfälle durch aktive Sterbehilfe

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Belgien: Zwei Prozent der Todesfälle durch aktive Sterbehilfe

Dtsch Arztebl 2019; 116(10): A-454 / B-372 / C-368

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Belgien ist das bislang einzige Land der Welt, dass Sterbehilfe bei Kindern erlaubt. Foto: daboost /stock.adobe.com
Belgien ist das bislang einzige Land der Welt, dass Sterbehilfe bei Kindern erlaubt. Foto: daboost /stock.adobe.com

Die Zahl der Fälle aktiver Sterbehilfe in Belgien ist leicht angestiegen. Wie die Zeitung Le Soir unter Berufung auf Zahlen der staatlichen Sterbehilfekommission berichtet, nahmen im Jahr 2018 insgesamt 2 357 Menschen aktive Sterbehilfe in Anspruch, 2017 waren es noch 2 309. Insgesamt machte die aktive Sterbehilfe den Angaben zufolge zwei Prozent aller Todesfälle aus. 67,1 Prozent der Menschen, die aktive Sterbehilfe in Anspruch nahmen, waren älter als 70 Jahre.

Bei den meisten Patienten wurde eine Kombination von „schweren und unheilbaren Krankheiten“ als Grund für die aktive Sterbehilfe angegeben. Bei 2,4 Prozent der Fälle wurden psychische Leiden als Grund genannt.

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Anders als in vorangegangenen Jahren wurde dem Bericht zufolge 2018 keine aktive Sterbehilfe für Minderjährige registriert. Belgien ist bislang das einzige Land weltweit, in dem unheilbar kranke Kinder Sterbehilfe bekommen können – wenn sie das ausdrücklich verlangen und zu einer Einschätzung in der Lage sind. Der Wunsch des Kindes muss durch mehrere Experten bestätigt werden; auch die Eltern müssen zustimmen. In den Niederlanden ist Tötung auf Verlangen für Jugendliche über zwölf Jahre und für unheilbar kranke Neugeborene möglich.

In den Niederlanden und Belgien ist aktive Sterbehilfe unter bestimmten Bedingungen seit 2001 beziehungsweise 2002 erlaubt. kna

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