ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2019Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung: Kabinettsentwurf vorgelegt

AKTUELL

Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung: Kabinettsentwurf vorgelegt

Dtsch Arztebl 2019; 116(10): A-452

Bühring, Petra

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Das Bundeskabinett hat dem Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung aus dem Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium zugestimmt. Mit der Reform soll die Ausbildung der Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten auf eine neue Grundlage gestellt und außerdem die Versorgung verbessert werden. „Mit der eigenständigen Ausbildung wird die Qualifikation künftiger Psychotherapeuten noch besser und ihr Beruf noch attraktiver“, sagte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU).

Künftig soll die Approbation nach einem fünfjährigen Universitätsstudium der Psychotherapie erteilt werden. Für den Zugang zur gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung ist eine anschließende Weiterbildung notwendig. Der Kabinettsentwurf sieht keine Modellstudiengänge zum Erwerb von Kompetenzen in der Psychopharmakotherapie mehr vor. „Nach vielfältigen Protesten haben wir diese Option wieder gestrichen“, erläuterte Spahn. Auch die verpflichtende somatische Abklärung durch einen Arzt vor einer Psychotherapie sei deutlicher formuliert. Die neue Berufsbezeichnung lautet: Psychotherapeutin/Psychotherapeut. Ärzte sollen den Zusatz „ärztlicher“ Psychotherapeut führen können.

Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) lehnte im Vorfeld den Referentenentwurf zur Ausbildungsreform strikt ab. Der Kabinettsentwurf werde derzeit „intensiv geprüft“, heißt es aus der BÄK. Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der BÄK, befürchtet grundsätzlich „eine weitgehende Ausgliederung der Behandlung von psychisch Kranken aus dem medizinischen Versorgungssystem“.

Anzeige

Spahn will das neue Gesetz bis zur Sommerpause beschließen. Die neuen Studiengänge der Psychotherapie könnten dann erstmals zum Wintersemester 2020 angeboten werden. PB

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema