ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2019Reizdarmsyndrom: Viele Patienten gehen nicht zum Arzt

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Reizdarmsyndrom: Viele Patienten gehen nicht zum Arzt

Dtsch Arztebl 2019; 116(10): A-451 / B-371 / C-367

Beerheide, Rebecca

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Elf Millionen Menschen sind der Barmer zufolge vom Reizdarmsyndrom betroffen. Foto: Sebastian Kaulitzki/stock.adobe.com
Elf Millionen Menschen sind der Barmer zufolge vom Reizdarmsyndrom betroffen. Foto: Sebastian Kaulitzki/stock.adobe.com

Aus Sicht der Krankenkasse Barmer werden Menschen mit Reizdarmsyndrom in Deutschland oftmals falsch behandelt. Die Krankenkasse geht davon aus, dass hierzulande rund elf Millionen Menschen vom Reizdarmsyndrom betroffen sind – obwohl im Jahr 2017 nur etwa eine Million Menschen eine entsprechende Diagnose erhalten haben. Die Barmer schätzt nach der Auswertung von Befragungsstudien zufolge, dass tatsächlich rund 16 Prozent der Erwachsenen betroffen sind – also etwa elf Millionen Menschen.

„Die Diskrepanz ist somit enorm und ein deutliches Zeichen dafür, dass die Erkrankung nach wie vor ein Tabuthema ist“, meinte der Vorstandsvorsitzende der Barmer, Christoph Straub, bei der Vorstellung des Barmer Arztreportes. Diese Patienten würden oftmals nicht richtig versorgt, beklagt die Kasse. Zum einen dauere es oftmals bis zu acht Jahre, bis ein Patient mit den Symptomen zum Arzt gehe. Danach dauere es oft weitere Jahre, bis es zu einer Diagnose kommt.

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Die Behandlungskosten steigen laut Barmer „massiv“ an, da zur Diagnosestellung „Verfahren zum Einsatz kommen, deren Nutzen bei dieser Erkrankung zumindest zweifelhaft erscheinen“, so Straub.

Dabei spielte er auf bildgebende Verfahren an, die zur Abklärung eines Reizdarmsyndroms eingesetzt würden, aber nicht explizit vorgesehen seien. bee

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