ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2019Geriatrie: Forta-Liste zur Arzneimitteltherapie bei alten Menschen aktualisiert

MANAGEMENT

Geriatrie: Forta-Liste zur Arzneimitteltherapie bei alten Menschen aktualisiert

Dtsch Arztebl 2019; 116(10): A-492 / B-400 / C-396

Hillienhof, Arne

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Die Behandlung alter, oft multimorbider Menschen erfordert ein kontinuierliches Abwägen und Bewerten der Arzneimittel. Foto: Printemps/stock.adobe.com
Die Behandlung alter, oft multimorbider Menschen erfordert ein kontinuierliches Abwägen und Bewerten der Arzneimittel. Foto: Printemps/stock.adobe.com

Eine aktualisierte sogenannte Forta-Liste hat das Institut für Klinische Pharmakologie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg vorgestellt. Es basiert auf dem Konzept „Fit-for-the-aged“ (Forta), das die medikamentöse Therapie älterer Menschen verbessern soll. Hintergrund ist, dass sich mit dem Altern der Organismus auch hinsichtlich seiner Reaktion auf Arzneimittel verändert, was häufig dazu führt, dass Arzneimittel weniger gut vertragen werden oder weniger wirksam oder gar unwirksam sind.

Die jetzt veröffentlichte Forta-Liste 2018 teilt die Alterstauglichkeit von insgesamt 296 Substanzen für 30 alterstypische Erkrankungen nach ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit in vier Kategorien ein: A: unverzichtbar, B: vorteilhaft, C: fragwürdig, D: vermeiden.

Anzeige

Die Liste enthält positive als auch negative Empfehlungen für die Behandlung älterer Patientinnen und Patienten. „Hierdurch werden nicht nur Arzneimittel, die nicht mehr gegeben werden sollten, sondern gerade auch bei älteren Patienten erprobte Medikamente herausgehoben, die oft nicht gegeben werden“, heißt es aus dem Institut.

Das Forta-Prinzip ist in mehreren Studien, zuletzt 2016 in einer randomisierten klinischen Studie (Valforta), positiv validiert worden. Es zeigte sich, dass aufgrund der verbesserten Pharmakotherapie Nebenwirkungen vermieden und das Befinden der Patienten deutlich verbessert werden konnte (Age Ageing 2016; doi: 10.1093/ageing/afv200).

Die Forta-Liste wurde als Orientierungshilfe vor allem für Ärztinnen und Ärzte, aber auch für Apothekerinnen und Apotheker mit Kenntnis der Patientendaten entwickelt. „Patienten kann sie nur zu Informationszwecken dienen. Keinesfalls sollten Patienten aufgrund dieser Liste ohne Rücksprache mit ihrem Arzt oder Apotheker ihre Medikation verändern“, warnt das Institut. hil

http://daebl.de/QK67

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Deutsches Ärzteblatt plus
zum Thema

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema