ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2019Krebsprävention: Noch effizienter machbar
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Die einführenden ernüchternden DKFZ-Hinweise auf Überlebenszeiten, nach in der Regel sehr belastenden Krebstherapien, um oft nur wenige Tage, Wochen oder Monate, sprechen für intensivere Krebsprimärprävention.

Dazu sollte das Alter als Krebsrisikofaktor noch höheren Stellenwert bekommen, insbesondere in Bezug auf Erlöschen der Ovarial-Funktion bei Frauen. Je früher deren Menopause eintritt, umso früher beginnen Alterungsprozesse, mit Anstieg von chronischen und Krebserkrankungen. Dazu die zwei häufigsten Krebse bei nichtrauchenden Frauen.

1. Die Brustkrebs-Mortalität lässt sich durch HRT bis um die Hälfte reduzieren, bei 50- bis 59-Jährigen sogar um zwei Drittel durch längere HRT. Dieses Ergebnis von 2016 aus Finnland (halbe Million Probandinnen) bestätigte 2017 eine große Metaanalyse mit 42 Studien (n = 1 756 833). Zur Erklärung seien nur Apoptose-Förderung und antiinflammatorische Effekte von Östrogenen angeführt.

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2. Im DKFZ-Beitrag wird die noch konsequentere Nutzung organisierter Früherkennungsprogramme für Darmkrebs via gezielter Einladungen gefordert. Trotzdem ließen sich in den USA nur ein Viertel der Darmkrebstoten zuvor leitlinien-gerecht screenen. Bei uns werden bisher nur 7 % dieser Darmkrebse durch Screening entdeckt. Nicht diskutiert wird eine Risiko-Halbierung von Darmkrebs-Mortalität durch ausreichend lange HRT, die direkt nach der Menopause begonnen wird. Dazu gibt es umfangreiche Studien, die in Schweden 2017 erneut bestätigt wurden.

Kritiker werden HRT-Risiken anbringen, insbesondere im vaskulären Bereich. Das ist heute bei niedriger trandermaler Hormondosierung als historisch einzustufen.

Fazit: große Potenziale der Krebsprävention ließen sich durch mehr interdisziplinären Austausch besser nutzen, insbesondere in Kombination mit hormoneller Kompetenz. Letztere hat mit vielen Vorurteilen und Voreingenommenheiten zu kämpfen. ...

Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. J. M. Wenderlein, 89075 Ulm

Literatur beim Verfasser

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