ArchivDÄ-TitelSupplement: PerspektivenSUPPLEMENT: Dermatologie 1/2019Neurodermitis-Effloreszenzen: Salzkonzentration erhöht

SUPPLEMENT: Perspektiven der Dermatologie

Neurodermitis-Effloreszenzen: Salzkonzentration erhöht

Dtsch Arztebl 2019; 116(11): [21]

EB

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Patienten mit Neurodermitis weisen eine bis zu 30-fach erhöhte Salzkonzentration in der erkrankten Haut auf. Forscher der Technischen Universität München (TUM) konnten zudem zeigen, dass Natriumchlorid menschliche T-Zellen in einen Zustand versetzt, in dem sie vermehrt Botenstoffe wie IL-4 und IL-13 ausschütten (Translational Medicine 2019; online 20. Februar). Zudem werden T-Zellen, die eigentlich nicht zu Allergien führen sollten, durch den Salzeinfluss zu Th2-Zellen umprogrammiert.

Diese Veränderungen sind rückläufig, sobald die T-Zelle wieder weniger hohen Salzmengen ausgesetzt ist. „Signale der Ionen aus dem Salz spielen somit eine Rolle für die Entstehung und Steuerung von Th2-Zellen“, so Prof. Dr. med. Christina Zielinski. „Die erhöhten Natriumwerte in betroffener Haut passen gut zu einer weiteren Eigenschaft von Neurodermitis“, sagt Zielinski. „Es ist seit Langem bekannt, dass Neurodermitispatienten eine starke Anreicherung von Staphylococcus aureus auf der Haut haben. Dieses Bakterium vermehrt sich unter salzigen Bedingungen, während Salz anderen Bakterien der Hautflora schadet.“ Dies lege eine Verbindung zwischen Salz und dem Auftreten von Neurodermitis nahe. „Bislang konnten wir allerdings nicht nachweisen, wie die hohen Salzmengen in die Haut gelangen. Ebenso wenig wissen wir, ob man durch eine salzarme oder salzreiche Ernährung die Entstehung oder den Verlauf der Neurodermitis oder anderer allergischer Erkrankungen beeinflussen kann.“ Dies alles soll künftig in interdisziplinären Studien geklärt werden. EB

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