ArchivDÄ-TitelSupplement: PerspektivenDermatologie 1/2019Kutane Plattenepithelkarzinome: Maligne Tumoren mit hoher Mutationslast

Supplement: Perspektiven der Dermatologie

Kutane Plattenepithelkarzinome: Maligne Tumoren mit hoher Mutationslast

Dtsch Arztebl 2019; 116(11): [4]; DOI: 10.3238/PersDerma.2019.03.15.01

Leiter-Stöppke, Ulrike; Garbe, Claus

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Die meisten Plattenepithelkarzinome werden früh erkannt und können gut behandelt werden. Wenn sich Metastasen ausgebildet haben, ist die Prognose deutlich ungünstiger. Bei immunsupprimierten Patienten können sie einen aggressiveren Krankheitsverlauf nehmen.

Plattenepithelkarzinom: Proliferierende eosinophile Verbände mit unterschiedlich differenzierten Keratinozyten infiltrieren fingerförmig die unterschiedlichen Schichten der Dermis oder auch Subkutis. Foto: picture alliance
Plattenepithelkarzinom: Proliferierende eosinophile Verbände mit unterschiedlich differenzierten Keratinozyten infiltrieren fingerförmig die unterschiedlichen Schichten der Dermis oder auch Subkutis. Foto: picture alliance

Das Plattenepithelkarzinom der Haut (PEK) ist eine maligne Proliferation von Keratinozyten von Haut- oder Hautanhangsgebilden und nach dem Basalzellkarzinom der häufigste maligne Hauttumor. Die altersstandardisierte Inzidenzrate beträgt circa 60–65 pro 100 000 Einwohner und steigt kontinuierlich weiter an; besonders betroffen sind ältere Patienten. Diese Tatsache stellt behandelnde Ärzte vor große Herausforderungen, zumal die Therapie fortgeschrittener PEK bei diesen Patienten oft durch Komorbiditäten eingeschränkt ist.

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Epidemiologie

Das kutane Plattenepithelkarzinom stellt 20 % der epithelialen Hauttumoren (1). Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts sind im Jahr 2014 in Deutschland etwa 29 300 Männer und 20 100 Frauen erstmals an einem PEK erkrankt (2).

In den letzten 4 Jahrzehnten ist seine Inzidenz herzulande circa um das 4-Fache angestiegen (1, 3, 4). Der Begriff der „Hautkrebsepidemie“ wurde geprägt, um dieses Phänomen zu illustrieren.

Carcinoma in situ
Carcinoma in situ
Abbildung 1
Carcinoma in situ
Plattenepithelkarzinom
Plattenepithelkarzinom
Abbildung 2
Plattenepithelkarzinom
Lokal fortgeschrittenes Plattenepithelkarzinom. Fotos: Prof. Ulrike Leiter-Stöppke, Prof. Claus Garbe
Lokal fortgeschrittenes Plattenepithelkarzinom. Fotos: Prof. Ulrike Leiter-Stöppke, Prof. Claus Garbe
Abbildung 3
Lokal fortgeschrittenes Plattenepithelkarzinom. Fotos: Prof. Ulrike Leiter-Stöppke, Prof. Claus Garbe

Dabei werden epitheliale Hauttumoren in den meisten Krebsregistern nicht vollzählig erfasst. Aus diesem Grund liegen keine vollständigen epidemiologischen Daten vor und die oben genannten Schätzungen sind noch mit einer größeren Unsicherheit behaftet (5). Auch international liegen kaum zuverlässige Daten zur Inzidenz des PEK vor.

Das Erkrankungsrisiko steigt besonders im Alter an; im Jahr 2016 erkrankten 21 % der über 65-Jährigen. Da die Zahl älterer Menschen in Deutschland weiter zunimmt (von 17,4 Millionen 2016 auf rund 20 Millionen in 2025), ist eine starke Zunahme der Inzidenzraten für das kutane PEK zu erwarten (Grafik 1 und 2) (1). Die Bedeutung für die öffentliche Gesundheit wird weit unterschätzt.

Steigende rohe Inzidenzraten epithelialer Hauttumoren über einen Zeitraum von 44 Jahren
Steigende rohe Inzidenzraten epithelialer Hauttumoren über einen Zeitraum von 44 Jahren
Grafik 1
Steigende rohe Inzidenzraten epithelialer Hauttumoren über einen Zeitraum von 44 Jahren
Rohe und hochgerechnete Fallzahlen zu Erkrankungen am kutanen PEK in Deutschland im Jahr 2014
Rohe und hochgerechnete Fallzahlen zu Erkrankungen am kutanen PEK in Deutschland im Jahr 2014
Grafik 2
Rohe und hochgerechnete Fallzahlen zu Erkrankungen am kutanen PEK in Deutschland im Jahr 2014

Daher wurde vom Leitlinienprogramm Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) eine S3-Leitlinie für das PEK entwickelt, die in Kürze publiziert wird.

Pathogenese und Risikofaktoren

Ätiologisch ist an vorderster Stelle die UV-Exposition zu nennen, circa 95 % aller PEK werden hierdurch induziert: In 2009 wurde die UV-Strahlung aufgrund ihres onkogenen Potenzials von der WHO in die Gruppe 1 der etablierten Karzinogene („carcinogenic in humans“) aufgenommen (6) und spielt im Kontext der in Deutschland neu etablierten Berufserkrankung BK 5103 des kutanen PEKs als kumulative „natürliche UV-Strahlung“ eine Schlüsselrolle.

Chemische Karzinogene wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe oder Arsen werden als Karzinogene in der Induktion kutaner PEK angesehen. Bei immunsupprimierten Patienten (bei hämatoonkologischen Erkrankungen, nach Organtransplantation sowie bei HIV-Infektion) ist die Inzidenz stark erhöht und die Krankheitsverläufe sind aggressiver (7, 8). Bei diesen Patienten wird die maligne Transformation auch durch eine erhöhte Infektionsrate mit kanzerogenen humanen Papillomvirustypen getriggert.

Das PEK hat eine hohe Tumormutationslast (ca. 50 Mutationen pro Megabase-Basenpaare). Diese genetischen Veränderungen beinhalten Treiber-Mutationen, die sich direkt auf das Tumorwachstum auswirken (wie TP53, EGFR oder RAS) und passagere Mutationen – das heißt Veränderungen, die das Wachstum der Krebszelle nicht direkt beeinflussen (9).

Mutationen im Tumorsuppressorgen p53 sind häufige genetische Veränderungen in kutanen PEKs (1012). Ein genetischer oder funktioneller Verlust von p53 findet vor dem invasiven Wachstum statt, bewirkt eine Resistenz gegenüber der Apoptose und kann somit zur klonalen Expansion führen. p53-Mutationen entstehen durch UVB-Exposition (1012).

Andere genetische Veränderungen sind die aberrante Aktivierung von EGFR und FYN. UV-Strahlung führt vermutlich auch zu einer aktivierenden Mutation im Kodon 12 des Ras-Onkogens H-Ras und nimmt so Einfluss auf die Regulation der Zellproliferation.

Epitheliale Hauttumoren sind mit großem Abstand die häufigsten malignen Tumoren nach Organtransplantation und eine Langzeitkomplikation chronischer Immunsuppression (1315). Die Inzidenz ist über 65-fach gesteigert (13) und steigt mit der Dauer der Immunsuppression. Sie liegt nach 20 Jahren bei 40–60 %. Zudem besteht bei Organtransplantierten ein deutlich aggressiveres Wachstumsverhalten (7) mit einer gesteigerten Rate für Lokalrezidive (bis 13,4 %) und Metastasen (5–8 %) (8, 10, 11, 1315).

Das PEK ist ein Tumor mit relativ geringem Metastasierungsrisiko, wobei sich die Häufigkeit von Patienten mit metastasiertem PEK und damit die klinische Relevanz durch die extrem hohe Inzidenz relativiert. Die Metastasierungsrate liegt beim PEK je nach Kollektiv um 3–6 % (16) und erreicht bei Hochrisikopatienten 20 % (8, 1015). Risikofaktoren für Lokalrezidive und Metastasierung sind:

  • vertikale Tumordicke (> 6 mm),
  • horizontale Tumordicke (≥ 2 cm),
  • histologische Differenzierung (> Grad 3),
  • Desmoplasie,
  • perineurales Wachstum,
  • Lokalisation (Unterlippe, Ohr),
  • Immunsuppression (iatrogen oder z. B. bei hämatoonkologischen Grunderkrankungen).

Lokalrezidive treten beim desmoplastischen Typ circa 20-mal häufiger auf (4) und werden als prognostisch ungünstig eingestuft. Dabei bleibt offen, ob das Lokalrezidiv selbst zu dieser Verschlechterung beiträgt oder ein Zeichen des aggressiven Wachstumsverhaltens des Tumors ist. Eine prospektive Studie zur Prognose des PEK bestätigte die bekannten Risikofaktoren wie Tumorgröße, Differenzierung und Lokalisation.

Das Gesamtüberleben wird mit einer schlechten Differenzierung (Hazard Ratio [HR] 1,3; 95-%-Konfidenzintervall [95-%-KI] 1,1–1,6) und Invasion jenseits von Fettgewebe (HR 1,7; 95-%-KI 1,1–2,8) beeinflusst. Allerdings sterben nur wenige Patienten am PEK. In einer Studie mit einer Nachbeobachtungszeit von 36,5 Monaten starben 515 von 2 149 Patienten (24 %), aber nur 40 (2,8 %) aufgrund eines PEK (17).

Prognostische Faktoren für das tumorspezifische Überleben waren vertikale Tumordicke, desmoplastisches Wachstum und Immunsuppression.

Klassifikation

Die Klassifikation der PEK erfolgt entsprechend den derzeit gültigen TNM-Systemen der Union internationale contre le cancer (UICC) oder des American Joint Committee on Cancer (AJCC).

PEK des Hals-Kopf-Bereichs werden bei AJCC von PEK übriger Lokalisationen unterschieden (18, 19). Diese orientieren sich an klinischen beziehungsweise radiologischen Parametern.

In der AJCC-Klassifikation 2010 wird die T1/2-Kategorie noch durch 6 zusätzliche Risikofaktoren ergänzt (Tumordicke > 2,0 mm, Clark-Level IV, perineurale Invasion, Grading: schlecht bis entdifferenziert, Lokalisation: Ohr oder Lippenrot), eingeteilt nach klinischen und histologischen Kriterien.

Ein wichtiger prognostischer Parameter ist die histologische vertikale Tumordicke. Durch sie ist eine bessere Schätzung des Metastasierungsrisikos möglich (2, 16, 20).

Auch in der N-Kategorie gibt es Unterschiede in den Klassifizierungen von UICC und AJCC. Insbesondere teilt die AJCC die N2-Kategorie in 3 Untergruppen ein; eine kontra- oder bilaterale Metastasierung führt zu einem Upstaging.

Im Kopf-Hals-Bereich ist in 7 % primär ein kontralateraler oder bilateraler Lymphabfluss vorhanden (21). Eine Mikrometastasierung, wie sie bei der Sentinel-Lymphknotenbiopsie (SLNB) zu finden ist, wird nur in der UICC-Klassifikation berücksichtigt (22).

Derzeit scheint eine Klassifizierung für das PEK der Haut noch nicht ausgereift zu sein.

Die Einteilung der Stadien entspricht nicht evidenzbasierten Studien.

Therapie des Primärtumors

Die Therapie der ersten Wahl ist die vollständige chirurgische Exzision mit topografisch zugeordneter lückenloser histopathologischer Kontrolle der Schnittränder (mikroskopisch kontrollierte Chirurgie, MKC, 3-D-Histologie).

Die Lokalanästhesie mittels Tumeszenz (direkte Infiltration großer Volumina eines verdünnten Lo-
kalanästhetikums) ermöglicht risikoarme Operationen auch bei multimorbiden Patienten.

Sentinel-Lymphknotenbiopsie bei invasiven PEK der Haut

Bisher existiert kein Konsens über die Anwendung der Sentinel-Lymphknotenbiopsie (SLNB) in der Behandlung des Hochrisiko-PEK. Mit der SLNB kann eine weiter präzisierte Risikoabschätzung vorgenommen werden.

Die Entscheidung über die Durchführung sollte patientenbezogen in spezialisierten Hauttumorzentren interdisziplinär erfolgen.

Bei PEK im Bereich der Kopf-Hals-Region kommt einschränkend hinzu, dass der Lymphabfluss komplex ist und der drainierende Lymphknoten nicht immer zuverlässig gefunden beziehungsweise entfernt werden kann (23).

Strahlentherapie

Bei nicht in sano resezierbaren Tumoren oder inoperablen Patienten wird eine Radiotherapie empfohlen. Die Ergebnisse der Strahlentherapie beim Plattenepithelkarzinom der Haut sind insbesondere bei kleinen Tumoren mit denen einer konventionellen Exzision vergleichbar (24). Bei Tumoren im Gesichts-/Hals- und Handbereich ist die histologisch kontrollierte Chirurgie jedoch immer vorzuziehen, wenn eine vollständige Resektion des Tumors erwartet werden kann.

Bei R1- oder R2-Resektion oder wenn eine Nachresektion nicht möglich ist, kann eine alleinige oder zusätzliche Bestrahlung indiziert sein.

Plattenepithelkarzinome an Ohr oder Nasenspitze sollten primär nicht bestrahlt, sondern einer chirurgischen Therapie zugeführt werden.

Es ist umstritten, ob eine adjuvante Radiotherapie bei im Gesunden exzidierten Hochrisiko-PEK notwendig ist. Randomisierte Studien zu dieser Frage fehlen.

Aus retrospektiven Vergleichsstudien mit jeweils
9 und 74 Patienten, die aufgrund von Hochrisiko-PEK mit perineuraler Invasion entweder nur chirurgisch oder chirurgisch und adjuvant radiotherapeutisch behandelt worden waren, ergab sich kein Vorteil in der Gruppe mit zusätzlicher adjuvanter Radiotherapie (25, 26).

Therapie der regionären Lymphknotenmetastasen

Tritt eine Metastasierung ein, so erfolgt diese in den meisten Fällen innerhalb der ersten beiden Jahre nach Diagnosestellung (16). Der überwiegende Anteil der PEK des Kopfes metastasiert in die lokoregionären Lymphknoten (LK) der Glandula parotis beziehungsweise der zervikalen LK-Stationen.

Bei klinischem Verdacht auf Befall von regionären Lymphknoten wird eine therapeutische Lymphadenektomie empfohlen. Prophylaktische Lymphadenektomien sind nicht indiziert.

Bei manifesten Lymphknotenmetastasen ist die regionäre Dissektion indiziert, da hierfür eine Verbesserung der lokoregionären Tumorkontrolle beschrieben wurde (16, 2022, 27). Deren Level muss individuell festgelegt werden.

Die elektive Bestrahlung der regionären Lymphabstromgebiete führt zu keiner Prognoseverbesserung.

Rezidivmetastasen sollten einer adjuvanten Strahlenbehandlung unterzogen werden.

Systemtherapie

Da die meisten Patienten mit einem fortgeschrittenen oder metastasierten PEK älter als 70 Jahre sind, wird in der Regel eine individualisierte Entscheidung in einem interdisziplinären Tumorboard getroffen.

Wird eine systemische Therapie eingesetzt, so sollte die Behandlung vorzugsweise im Rahmen klinischer Studien erfolgen.

Chemotherapie

Bis heute fehlen größere Studien zur vergleichenden Therapie. Ein systematisches Review zur Systemtherapie des lokal fortgeschrittenen PEK umfasst 28 Studien mit 119 Patienten, die in den Jahren 1970–2011 publiziert wurden (28).

Eine wichtige Limitierung ist, dass es nur unkontrollierte Studien mit wenigen Patienten gibt. Daher sind die Daten zur Effizienz recht unsicher.

Über die verschiedenen Therapien hinweg wurde eine mittlere Zeit bis zum Ansprechen von
9 Wochen bei einer Gesamtansprechrate von 72 % und einer mittleren Ansprechdauer von 42 Wochen beschrieben.

Daten größerer Fallserien und Phase-II-Studien zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen und metastasierten PEK sind in Tabelle 1 dargestellt.

Systemtherapien bei fortgeschrittenen kutanen PEK
Systemtherapien bei fortgeschrittenen kutanen PEK
Tabelle 1
Systemtherapien bei fortgeschrittenen kutanen PEK

Mit den genannten Limitationen stellt sich hier das PEK als chemosensitiv dar mit Ansprechraten > 50 % auf eine platinbasierte Chemotherapie.

Die Ansprechraten sind bei einer Polychemotherapie oder einer Radiochemotherapie höher. Allerdings ist die Dauer des Ansprechens oft kurz und die Toxizität hoch.

EGFR-Inhibition

In der EGFR-Inhibition werden monoklonale Antikörper gegen die extrazelluläre Domäne des EGFR-Rezeptors (Cetuximab) und die ATP-kompetitiven Tyrosin-Kinase-Inhibitoren eingesetzt (Gefitinib und Erlotinib).

Über erfolgreiche Kombinationstherapien von Cetuximab und Radiotherapie (29) wurde kasuistisch berichtet.

Zielgerichtete Therapien mit EGFR-Inhibitoren zeigen Ansprechraten von 25–45 %, sind aber ebenfalls meist von kurzer Dauer. Die kutane Toxizität kann in der Regel gut kontrolliert werden (30).

Immuntherapie

Ein neuer Therapieansatz beim inoperablen PEK sind PD1-Inhibitoren. PEK weisen eine sehr hohe Mutationslast auf (24), die bei anderen Tumorentitäten mit einem Ansprechen auf PD1-Inhibitoren assoziiert sind.

Erste Daten mit dem PD1-Antikörper Cemiplimab zeigen Ansprechraten von 47–50 %, die mediane Dauer des Ansprechens war nach einer medianen Nachbeobachtung von 7,9 Monaten noch nicht erreicht. Zu diesem Zeitpunkt waren 82 % der Remissionen noch erhalten (25).

Die Erstlinientherapie mit PD1-Inhibitoren könnte eine vielversprechende Perspektive in der näheren Zukunft sein.

Als Besonderheit ist bei Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem PEK zu beachten, dass es sich häufig um ältere Patienten mit relevanten Komorbiditäten handelt. Diese haben zum einen ein erhöhtes Risiko für aggressive Verläufe (z. B. bei einer chronisch lymphatischen Leukämie oder iatrogener Immunsuppression), zum anderen können aggressivere Therapien aufgrund der Komorbiditäten und hiermit einhergehender Kontraindikationen oft nicht durchgeführt werden.

Derzeit empfiehlt sich primär die Therapie im Rahmen klinisch kontrollierter Studien.

Ist das nicht möglich, sollte der Einsatz von Chemotherapeutika, EGFR-Inhibitoren und/oder Immuntherapeutika unter Berücksichtigung von Komorbiditäten und Allgemeinzustand des Patienten geprüft werden. Dabei können auch Schemata in Anlehnung an Therapien des mukosalen Plattenepithelkarzinoms (HNSCC) beziehungsweise des Mundhöhlenkarzinoms angewendet werden (23, 26, 31) – wie Cetuximab plus Platinderivat (32) oder Immuncheckpointinhibitoren wie Cemiplimab (25), Pembrolizumab (33) und Nivolumab (29).

Nachsorge und Prävention

Die Nachsorge dient der Früherkennung von unabhängigen Zweittumoren und Rezidiven. Da circa 80 % der Rezidive innerhalb der ersten 2 Jahre nach Primärdiagnose auftreten, wird für diesen Zeitraum eine intensivierte Nachsorge befürwortet (12, 30).

Diese trifft im Besonderen auf Patienten mit hohem Rezidivrisiko zu wie auch auf Patienten mit Immunsuppression, Organtransplantation und Mehrfachtumoren. Hier werden klinische Untersuchungen

  • in den Jahren 1–2 vierteljährlich mit Sonografie der regionären Lymphknoten,
  • im Jahr 3–5 halbjährlich,
  • danach 1-mal jährlich empfohlen, siehe Tabelle 2.
Risikoadaptierte Nachsorge des kutanen PEK
Risikoadaptierte Nachsorge des kutanen PEK
Tabelle 2
Risikoadaptierte Nachsorge des kutanen PEK

Bei Tumoren mit niedrigem Metastasierungsrisiko werden empfohlen:

  • in den Jahren 1–2 halbjährliche Nachsorgeuntersuchungen,
  • danach 1-mal jährlich.
  • Die Untersuchung sollte eine Inspektion und Palpation der Primärexzisionsstelle, der Intransitstrecke und der regionären Lymphknotenstation umfassen.

Eine Lymphknotensonografie wird bei erhöhtem Metastasierungsrisiko, unklarem oder schwierig zu erhebendem Palpationsbefund empfohlen.

Eine Schnittbildgebung sollte zur Abklärung von Rezidiven bei Verdacht auf Befall funktioneller Strukturen, perineurales Tumorwachstum oder metastasensuspekten Befunden erfolgen.

Eine Aufklärung und ausführliche Anleitung zur Selbstuntersuchung ist Grundbestandteil der Nachsorge.

Die Entstehung unabhängiger weiterer Tumoren ist ein häufiges Problem bei Hochrisikopatienten, wie Patienten mit Feldkanzerose an Gesicht, Händen und Kapillitium, sowie bei chronisch Immunsupprimierten. Diese sind wegen der Bedeutung von HPV, Calcineurininhibitoren (34) sowie Azathioprin bei der Tumorpromotion des PEK besonders gefährdet, sodass ein Wechsel der immunsuppressiven Medikation auf mTOR-Inhibitoren überdacht werden sollte (35). Hier empfiehlt sich eine engmaschige Kontrolle und frühzeitige Therapie neuer Tumoren.

Ein konsequenter UV-Schutz kann das Auftreten neuer Präkanzerosen signifikant reduzieren (36). Daher sollten Sonnenschutzcremes (LSF > 50) sowie textile UV-Protektion (einschließlich breitkrempiger Hut) zur Langzeitprophylaxe von epithelialen Tumoren eingesetzt werden.

Fazit

  • Das Plattenepithelkarzinom (PEK) der Haut zählt zu den häufigsten Krebsarten in der kaukasischen Bevölkerung und macht 20 % der epithelialen Hauttumoren aus.
  • Die Inzidenz steigt kontinuierlich an, besonders bei älteren Patienten über 60 Jahre. Dies ist besonders bei fortgeschrittenen Tumoren eine große Herausforderung für den behandelnden Arzt.
  • Fortgeschrittene PEK entwickeln sich bei 5–20 % der Patienten.
  • Eine Exzision und histologische Sicherung ist bei allen klinisch verdächtigen Läsionen erforderlich, um eine prognostische Einschätzung und korrekte Behandlung zu ermöglichen.
  • Die Therapie der ersten Wahl ist die vollständige Exzision des Primärtumors mit histologischer Schnittrandkontrolle beziehungsweise bei Lymphknotenmetastasen die regionäre Lymphknotendissektion.
  • Die Radiatio kann adjuvant beziehungsweise bei inoperablen Tumoren oder Metastasen eingesetzt werden.
  • Bei inoperablen oder fernmetastasierten PEK sind Anti-PD1-Inhibitoren, deren Zulassung 2019 erwartet wird, ein vielversprechender Ansatz.
  • EGFR-Inhibitoren wie Cetuximab oder Erlotinib sowie verschiedene Chemotherapeutika werden ebenfalls eingesetzt, jedoch existiert hier kein Standardregime und der Einsatz ist bei alten komorbiden Patienten oft limitiert.
  • Die Nachsorge sollte sich nach dem jeweiligen Risiko für Rezidive beziehungsweise für die Entwicklung von weiteren Tumoren orientieren.

DOI: 10.3238/PersDerma.2019.03.15.01

Prof. Dr. med. Ulrike Leiter-Stöppke

Prof. Dr. med. Claus Garbe

Zentrum für Dermato-Onkologie der Universitäts-Hautklinik,
Eberhard-Karls Universität Tübingen

Interessenkonflikt: Prof. Leiter-Stöpke erhielt Beraterhonorare von Sanofi sowie als Honorarverantwortliche auf ein Drittmittelkonto: Forschungsgelder von MSD und Gelder für klinische Studien von MSD und Sanofi.
Prof. Garbe erhielt Beraterhonorare von Sanofi und MSD.

Literatur im Internet:
www.aerzteblatt.de/lit1119

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Carcinoma in situ
Carcinoma in situ
Abbildung 1
Carcinoma in situ
Plattenepithelkarzinom
Plattenepithelkarzinom
Abbildung 2
Plattenepithelkarzinom
Lokal fortgeschrittenes Plattenepithelkarzinom. Fotos: Prof. Ulrike Leiter-Stöppke, Prof. Claus Garbe
Lokal fortgeschrittenes Plattenepithelkarzinom. Fotos: Prof. Ulrike Leiter-Stöppke, Prof. Claus Garbe
Abbildung 3
Lokal fortgeschrittenes Plattenepithelkarzinom. Fotos: Prof. Ulrike Leiter-Stöppke, Prof. Claus Garbe
Steigende rohe Inzidenzraten epithelialer Hauttumoren über einen Zeitraum von 44 Jahren
Steigende rohe Inzidenzraten epithelialer Hauttumoren über einen Zeitraum von 44 Jahren
Grafik 1
Steigende rohe Inzidenzraten epithelialer Hauttumoren über einen Zeitraum von 44 Jahren
Rohe und hochgerechnete Fallzahlen zu Erkrankungen am kutanen PEK in Deutschland im Jahr 2014
Rohe und hochgerechnete Fallzahlen zu Erkrankungen am kutanen PEK in Deutschland im Jahr 2014
Grafik 2
Rohe und hochgerechnete Fallzahlen zu Erkrankungen am kutanen PEK in Deutschland im Jahr 2014
Systemtherapien bei fortgeschrittenen kutanen PEK
Systemtherapien bei fortgeschrittenen kutanen PEK
Tabelle 1
Systemtherapien bei fortgeschrittenen kutanen PEK
Risikoadaptierte Nachsorge des kutanen PEK
Risikoadaptierte Nachsorge des kutanen PEK
Tabelle 2
Risikoadaptierte Nachsorge des kutanen PEK
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