ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2019Riesige intraduktale papillär-muzinöse Neooplasie (IPMN) des Pankreas mit maligner Entartung

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Riesige intraduktale papillär-muzinöse Neooplasie (IPMN) des Pankreas mit maligner Entartung

Giant intraductal papillary mucinous neoplasia (IPMN) of the pancreas with malignant degeneration

Dtsch Arztebl Int 2019; 116(11): 193; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0193

Nassenstein, Kai; Markus, Peter; Schumacher, Brigitte

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Riesige intraduktale papillär-muzinöse Neooplasie (IPMN) des Pankreas mit maligner Entartung
Riesige intraduktale papillär-muzinöse Neooplasie (IPMN) des Pankreas mit maligner Entartung
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Riesige intraduktale papillär-muzinöse Neooplasie (IPMN) des Pankreas mit maligner Entartung

Bei einem 75-jährigen Patienten mit gürtelförmigen Oberbauchschmerzen zeigte sich sonografisch ein deutlich vergrößertes Pankreas mit multiplen zystischen Anteilen. Auf der Magnetresonanz-Cholangiopankreatikografie (MRCP) erkannte man eine sehr große (6 × 7 × 16 cm), vom Pankreashauptgang ausgehende, muzinöse Raumforderung (Pfeile). In der MRT zeigten sich mehrere kontrastmittelanreichernde noduläre Tumoranteile, sodass eine außergewöhnlich große, intraduktale papillär-muzinöse Neoplasie (IPMN) vom Hauptgangtyp mit Verdacht auf maligne Entartung diagnostiziert wurde. Auch wenn die durch endosonografisch gesteuerte Punktion von soliden Tumoranteilen gewonnene Zytologie nur eine IPMN geringen Dysplasiegrades ohne Anhalt für Malignität zeigte, erfolgte wegen des hohen Entartungsrisikos (circa 70 %) von großen Hauptgang-IPMN die totale Pankreatektomie; diese wurde vom Patienten gut toleriert. Die pathologisch-anatomische Begutachtung ergab eine ausgedehnte intraduktale Proliferation eines neoplastischen Gangepithels mit Schleimproduktion (IPMN) vom onkozytären Typ mit ausgedehntem assoziiertem invasivem Karzinom (T3). Der vorliegende Fall belegt, dass große Hauptgang-IPMN auch bei benigner Zytologie aufgrund der sehr hohen Entartungswahrscheinlichkeit operativ therapiert werden sollten.

PD Dr. med. Kai Nassenstein, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, Universitätsklinikum Essen,
kai.nassenstein@uk-essen.de

Prof. Dr. med. Peter Markus, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, Elisabeth-Krankenhaus Essen

PD Dr. med. Brigitte Schumacher, Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie, Elisabeth-Krankenhaus Essen

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Nassenstein K, Markus P, Schumacher B: Giant intraductal papillary mucinous neoplasia (IPMN) of the pancreas with malignant degeneration. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 193. DOI: 10.3238/arztebl.2019.0193

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

Riesige intraduktale papillär-muzinöse Neooplasie (IPMN) des Pankreas mit maligner Entartung
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