ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2019Hans-Bernhard Wuermeling †: Rechtsmediziner und Medizinethiker

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Hans-Bernhard Wuermeling †: Rechtsmediziner und Medizinethiker

Dtsch Arztebl 2019; 116(11): A-537 / B-441 / C-433

Korzilius, Heike

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Hans-Bernhard Wuermeling, Foto: PFARR
Hans-Bernhard Wuermeling, Foto: PFARR

Am 31. Januar verstarb in Erlangen kurz vor seinem 92. Geburtstag der Rechtsmediziner und Medizinethiker Prof. Dr. med. Hans-Bernhard Wuermeling. In Berlin geboren und in einem katholisch geprägten Elternhaus aufgewachsen, studierte er Medizin in Marburg und Tübingen. 1973 folgte er dem Ruf auf den Lehrstuhl für Rechtsmedizin an der Universität Erlangen-Nürnberg. Das dortige Institut für Rechtsmedizin leitete er bis zu seiner Emeritierung 1995. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte waren die Alkoholphysiologie und die Verkehrsunfallrekonstruktion sowie bio- und medizinethische Fragen, zu denen er zahlreiche Publikationen erstellte.

Wuermeling war Gründungspräsident der Akademie für Ethik in der Medizin in Göttingen und viele Jahre lang Vorsitzender der Ethikkommission der Bayerischen Lan­des­ärz­te­kam­mer. Außerdem war er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der Bundes­ärzte­kammer. Deren Vorstand ehrte ihn 2012 mit der Paracelsus-Medaille, der höchsten Auszeichnung der deutschen Ärzteschaft. Wuermeling habe sich vor allem in der Medizinethik herausragende Verdienste erworben, hieß es in der Laudatio. Dort beschäftigte er sich insbesondere mit ethischen Grenzfragen wie der In-vitro-Fertilisation, der Sterbehilfe, dem Hirntod, der Gentherapie, dem selektiven Fetozid sowie mit Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten. Wuermeling sei ein Mann, der für seine Überzeugung eintrete, auch wenn er damit auf Widerstand stoße, so die Bundes­ärzte­kammer 2012. Er hinterlässt seine Frau, sechs Kinder, 25 Enkel und fünf Urenkel. Heike Korzilius

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