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Dtsch Arztebl 2019; 116(11): A-532

MHA; EB

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Breite Einsatzmöglichkeiten von Xarelto® Vor allem ältere Patienten mit zahlreichen Komorbiditäten benötigen häufig eine Thromboembolie-Prophylaxe. Dazu zählen etwa Patienten mit nicht valvulärem Vorhofflimmern (nvVHF), die oft zusätzlich unter Diabetes und Nierenfunktionsstörungen leiden und dadurch ein besonders hohes Schlaganfallrisiko aufweisen. Die Wirkung von Rivaroxaban (Xarelto, Bayer) ist in diesem Klientel gut untersucht. So belegen Subanalysen der ROCKET-AF-Studie, dass bei nvVHF-Patienten mit Diabetes oder mit moderater Nierenfunktionsstörung unter Rivaroxaban tendenziell weniger Schlaganfälle und systemische Embolien auftraten als unter Vitamin-K-Antagonisten (VKA).

Patienten mit venöser Thromboembolie (VTE) und einem intermediären Risiko für weitere Ereignisse profitieren von einer verlängerten Erhaltungstherapie mit Rivaroxaban. In der EINSTEIN-CHOICE-Studie kam es unter Rivaroxaban (20 mg oder 10 mg täglich) signifikant seltener zu VTE-Rezidiven und ungeklärten Todesfällen verglichen mit Acetylsalicylsäure (ASS 100 mg täglich).

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Die Kombination aus Rivaroxaban plus ASS bewährte sich in der COMPASS-Studie: sie verringerte die Gesamtsterblichkeit (18 % relative Risikoreduktion) von Patienten mit KHK oder pAVK gegenüber ASS alleine. mha

Quelle: Fallkonferenz „Antikoagulation mit Xarelto® – der Weg des Patienten durch Diagnostik und Therapie“. Veranstalter: Bayer Vital GmbH.

Gilenya® bei Kindern und Jugendlichen mit Multipler Sklerose – Zur Behandlung der hochaktiven schubförmig-remittierenden MS (RRMS) bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 17 Jahren und einem Körpergewicht bis zu 40 kg ist Fingolimod (Gilenya, Novartis) in der zusätzlichen Dosierung 0,25 mg zugelassen. Für Kinder und Jugendliche mit einem Körpergewicht von mehr als 40 kg ist der S1P-Rezeptor-Modulator bereits in der Dosierung 0,5 mg indiziert. Die orale Einnahme erfolgt einmal täglich.

Fingolimod wurde in der PARADIGMS-Studie überprüft, die speziell für Kinder und Jugendliche mit RRMS im Alter von 10 bis 17 Jahren aufgelegt und durchgeführt wurde.

Über eine Behandlungsdauer von 24 Monaten zeigte Fingolimod im Vergleich zu IFNβ-1a i. m. eine Reduktion der jährlichen Schubrate um 82 % (p < 0,001). An Monat 24 waren 85,7 % der Patienten im Gilenya-Arm schubfrei, unter IFNβ-1a i. m. lediglich 38,8 % (p < 0,001). Die mit Fingolimod behandelten Patienten hatten außerdem ein um 77 % niedrigeres Risiko einer Behinderungsprogression (vs. IFNβ-1a i. m.). Neue Sicherheitssignale traten nicht auf. EB

Quelle: Pressemitteilung der Novartis Pharma GmbH vom 22. Februar 2019.

Zanosar® bei pankreatischen neuroendokrinen Tumoren – Streptozocin (Zanosar, Riemser) ist ein Zytostatikum zur Behandlung von inoperablen, fortgeschrittenen oder metastasierten pankreatischen neuroendokrinen Tumoren (G1 und G2). Streptozocin wird in Kombination mit 5-Fluorouracil (5-FU) in der entsprechenden S2k-Leitlinie der AWMF für die Therapie dieser Tumortypen empfohlen. Während Zanosar bislang nur per Einzelanforderung eingesetzt werden konnte, vereinfacht die Neuzulassung in Deutschland nun den Bezug und erleichtert den Einsatz in der ambulanten Therapie. Zanosar ist das einzige Streptozocin-Präparat auf dem deutschen Markt. EB

Quelle: Pressemitteilung der Riemser Pharma GmbH vom 20. Februar 2019.

Betmiga™ in S2e-Leitlinie „Harninkontinenz“ – Mirabegron (Betmiga™, Astellas Pharma) ist für die symptomatische Therapie von imperativem Harndrang, erhöhter Miktionsfrequenz und/oder Dranginkontinenz indiziert, die bei Erwachsenen mit überaktiver Blase (overactive bladder, OAB) auftreten können. Die Leitlinie „Harninkontinenz“ der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie weist darauf hin, dass Mirabegron über einen grundlegend anderen Wirkmechanismus verfügt als Anticholinergika und über die Stimulation von Beta-3-Adrenorezeptoren die Detrusor-Relaxation in der Speicherphase der Harnblase fördert. Bezogen auf die Wirksamkeit in der OAB-Therapie mit nicht-anticholinergem Wirkmechanismus sprechen die DGG-Leitlinien Mirabegron auf der Basis von Stufe-I-Evidenz den höchsten Empfehlungsgrad A zu. EB

Quelle: Pressemitteilung der Astellas Pharma GmbH vom 25. Februar 2019.

Zulassungserweiterung für Revolade® Die Behandlung mit dem Wirkstoff Eltrombopag (Revolade, Novartis) ist nunmehr möglich bei Patienten mit primärer Immunthrombozytopenie (ITP) im Alter von 1 Jahr und älter, wenn die Erkrankung 6 Monate oder länger nach Diagnosestellung andauert und die Patienten gegenüber anderen Therapien (z. B. Kortikosteroide, Immunglobuline) refraktär sind. Eltrombopag gehört zur Arzneimittelgruppe der Thrombopoetin-Rezeptor-Agonisten. EB

Quelle: Pressemitteilung der Novartis Pharma GmbH vom 25. Februar 2019.

Agomelatin-Generikum von Hormosan – Schätzungsweise 80 bis 90 % der depressiven Patienten leiden an Ein- und Durchschlafstörungen, die mit dem Schweregrad der Erkrankung aggravieren. Der in Agomelatin Hormosan (Hormosan Pharma) enthaltene Wirkstoff Agomelatin ist ein Melatonin-Agonist, der zur Behandlung von Episoden einer Major Depression zugelassen ist. Er wirkt als Agonist an Melatonin (MT1- und MT2-)Rezeptoren sowie als Antagonist an Serotonin (5-HT2c-)Rezeptoren. Als melatonerges Antidepressivum verbessert es Kernsymptome einer Depression, verkürzt die Einschlafzeit und beeinflusst die Schlafqualität sowie die zirkadiane Rhythmik positiv. Dabei wirkt es tagsüber nicht sedierend. EB

Quelle: Pressemitteilung der Hormosan Pharma vom 1. März 2019.

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