ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2019Epilepsie: Monotherapie versus frühe Zusatztherapie

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Epilepsie: Monotherapie versus frühe Zusatztherapie

Dtsch Arztebl 2019; 116(11): A-531

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Die Einführung von Antikonvulsiva (AEDs) mit zum Teil geringerem Interaktionspotenzial und/oder auch neuen und komplementären Wirkmechanismen hat die Debatte um Vor- und Nachteile konsekutiver Mono- gegenüber früher Kombinationstherapie neu entfacht. Aktuellere Untersuchungen konnten keine Überlegenheit von Mono- im Vergleich zu früher Kombinationstherapie bzgl. des Therapieoutcomes nachweisen; auch in den DGN-Leitlinien 2017 wird bei Teilansprechen auf eine initiale Monotherapie die Möglichkeit einer frühen Kombinationstherapie als Option explizit genannt.

Prof. Frithjof Tergau, Chefarzt der Neurologie und Stroke Unit am St. Bernward Krankenhaus Hildesheim, erläuterte den Einsatz früher Kombinationstherapien anhand einer retrospektiven, multizentrischen Datenanalyse zu Fycompa® (Perampanel, PER). 149 Patienten mit vorwiegend fokaler Epilepsie hatten PER als erste Zusatztherapie über einen Zeitraum von 12 Monaten erhalten. Die Responderrate betrug 84,6 %, anfallsfrei wurden 45,6 % der Patienten. „Diese Daten verdeutlichen, dass bei Versagen der ersten Monotherapie eine leicht zu etablierende Zusatztherapie ein sinnvolles pragmatisches Vorgehen sein kann,“ so Tergau.

Mit der multizentrischen GENERAL-Studie wurden erstmalig Praxiserfahrungen zu Perampanel in der Behandlung von primär generalisierter tonisch-klonischer Anfälle (pGTKA) veröffentlicht. Nach 12 Monaten betrug die Anfallsfreiheit bei 115 Patienten mit pGTKA 62,6 % für die vorangegangenen 6 Behandlungsmonate. Nach 12 Behandlungsmonaten verblieben 83 % aller in die Studie eingeschlossenen Patienten auf Therapie, bei einer Tagesdosis von im Median 6 mg PER.9. „Perampanel ist wie Levetiracetam in den DGN-Leitlinien als Option zur Zusatztherapie von Patienten mit pGTKA empfohlen“, so Prof. Martin Holtkamp, Epilepsie-Zentrum Berlin-Brandenburg. EB

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Quelle: Pressemitteilung von Eisei Pharma vom 26. Februar 2019

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