ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2019Ambulante Versorgung: Versäumte Termine machen Praxen zu schaffen

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Ambulante Versorgung: Versäumte Termine machen Praxen zu schaffen

Dtsch Arztebl 2019; 116(11): A-502 / B-410 / C-406

dpa

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Die Termintreue von Patienten ist erneut Grund für eine politische Debatte. Foto: artivista werbeatelier/stock.adobe.com
Die Termintreue von Patienten ist erneut Grund für eine politische Debatte. Foto: artivista werbeatelier/stock.adobe.com

Vielen Arztpraxen macht es nach Angaben von Ärzten zu schaffen, dass Patienten ohne Absage nicht zu Terminen erscheinen. Erste Einschätzungen zeigten, dass unentschuldigt nicht wahrgenommene Termine „durchaus ein Problem“ darstellten, sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. med. Andreas Gassen, kürzlich in Berlin. Angaben aus den Kassenärztlichen Vereinigungen dazu schwankten zwischen fünf und fast 20 Prozent. „Es kann immer Gründe geben, warum Patienten doch nicht kommen“, sagte Gassen. Leider lasse es sich auch nicht verhindern, wenn Patienten gezielt eine Mehrzahl von Terminen „bunkern“. Würden Termine kurzfristig nicht wahrgenommen, sei das natürlich ein Problem – besonders, wenn etwa eine ambulante Operation geplant gewesen sei. Der NAV-Virchow-Bund befürwortet angesichts der Zahlen Ausfallgebühren für solche Fälle – besonders wenn Untersuchungen bei Bestellpraxen versäumt werden, die nur feste Termine vergeben. „Hier entsteht den Praxen ein echter wirtschaftlicher Schaden“, sagte der Vorsitzende Dr. med. Dirk Heinrich. „Mit dem Signal einer solchen Gebühr setzen wir auf den Lernerfolg bei Patienten.“ Die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) lehnt das hingegen strikt ab. Bei den Vereinbarungen über Ärztevergütungen seien Zeiten mit Nichterscheinen bereits berücksichtigt. „Ärzte, die hier Patienten mit einer Strafgebühr zusätzlich zur Kasse bitten, verdienen also doppelt“, betonte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Johann-Magnus von Stackelberg. Gerade weil Patienten trotz eines Termins immer wieder eine gefühlte Ewigkeit in Wartezimmern sitzen würden, sollten sich Ärzte beim Thema Termintreue zuerst an die eigene Nase fassen. dpa

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