ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2019Randnotiz: Ohne Not in die Notaufnahme

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Randnotiz: Ohne Not in die Notaufnahme

Dtsch Arztebl 2019; 116(11): A-501 / B-409 / C-405

Maybaum, Thorsten

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Um dem zunehmenden Andrang auf Notaufnahmen von Krankenhäusern zu begegnen, haben Selbstverwaltung und Politik zuletzt intensiv nach Lösungen gesucht und neue Wege beschritten. Einigkeit besteht darin, dass Patienten verstärkt gesteuert und besser informiert werden müssen. Wie notwendig das ist, untermauert eine neue Forsa-Umfrage der KKH unter 1 003 Menschen. Demnach würde mehr als jeder Dritte die Notaufnahme im Krankenhaus trotz geöffneter Arztpraxen ansteuern, auch wenn es nicht um eine lebensbedrohliche Situation geht. Von den Befragten, die in den vergangenen fünf Jahren mindestens einmal in der Notaufnahme waren, ging fast jeder Dritte innerhalb der Öffnungszeiten von Arztpraxen ins Krankenhaus. Erschreckend sind zum Teil die (angegebenen) Gründe: Mehr als 40 Prozent der Notaufnahme-Nutzer sagten demnach, dass sie sich im Krankenhaus medizinisch besser versorgt fühlten. Ein Viertel wurde nach eigener Aussage vom Haus- oder Facharzt an die Notaufnahme verwiesen. Ebenfalls knapp ein Viertel führte an, dass Patienten dort ohne einen Termin Hilfe erhalten. 13 Prozent sagten, dass sie so kurzfristig keinen Termin in der Arztpraxis bekommen und deshalb die Notaufnahme aufgesucht hätten. Zwölf Prozent erklärten, dass ihre Beschwerden in der Arztpraxis nicht behandelt werden. Obwohl für viele die Notaufnahme die erste Wahl ist, betonte immerhin eine deutliche Mehrheit, dass sie ein Krankenhaus nur mit schweren Beschwerden aufsuchen würden. Zwei Prozent sagten aber auch, sie würden mit kleinen Wehwehchen wie einer Erkältung in die Notaufnahme gehen. Das macht deutlich: Der Handlungsdruck bleibt hoch.

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