ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2019Zervikales Weichteilemphysem bei Boerhaave-Syndrom

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Zervikales Weichteilemphysem bei Boerhaave-Syndrom

Cervical emphysema in Boerhaave syndrome

Dtsch Arztebl Int 2019; 116(12): 211; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0211

Swol, Justyna; Ficker, Joachim H.; Mannke, Bianca

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Orange Pfeile: Mediastinalemphysem links thorakal. Weiße Pfeile: Weichteilemphysem zervikal beidseits. Die Transparenzminderung im linken Unterfeld entspricht einem Pleuraerguss.
Orange Pfeile: Mediastinalemphysem links thorakal. Weiße Pfeile: Weichteilemphysem zervikal beidseits. Die Transparenzminderung im linken Unterfeld entspricht einem Pleuraerguss.
Abbildung
Orange Pfeile: Mediastinalemphysem links thorakal. Weiße Pfeile: Weichteilemphysem zervikal beidseits. Die Transparenzminderung im linken Unterfeld entspricht einem Pleuraerguss.

Ein 70-jähriger Patient stellte sich vor in schlechtem Allgemeinzustand und nach wiederholtem Erbrechen ohne offensichtliche Ursache. Er hatte Dyspnoe, Sinustachykardie sowie Fieber, und die Sauerstoffsättigung lag bei 82 %. Die Röntgenaufnahme des Thorax zeigte ein zervikales Weichteilemphysem beidseits sowie Hinweise auf ein Mediastinalemphysem (Abbildung). Die Computertomografie des Thorax bestätigte das Mediastinalemphysem und einen Pleuraerguss. Unter der Annahme einer Mediastinitis und drohender Sepsis wurde eine kalkulierte antibiotische Therapie begonnen. Die Gastroskopie wies eine circa 2 cm große Ruptur des distalen Ösophagus nach. Damit bestand ein Boerhaave-Syndrom, und eine operative Therapie war indiziert. Der Eingriff wurde von transabdominal durchgeführt, die Läsion übernäht und mit einem Funduspatch gedeckt. Trotz intensivmedizinischer Therapie verstarb der Patient an einer Sepsis. Als Boerhaave-Syndrom bezeichnet man eine spontane Ösophagusperforation durch alle Wandschichten, infolge eines plötzlichen und starken intraösophagealen Druckanstiegs (zum Beispiel durch Erbrechen). Die Inzidenz ist niedrig, die Letalität beträgt 10–40 %. Es handelt sich um einen lebensbedrohlichen Notfall. Das Weichteilemphysem kann ein wertvoller diagnostischer Hinweis sein.

PD Dr. med. Justyna Swol, Prof. Dr. med. Joachim H. Ficker, Klinik für Innere Medizin 3, S chwerpunkt Pneumologie,
Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, Klinikum Nürnberg Nord, jswol@icloud.com

Dr. med. Bianca Mannke, Klinik für Innere Medizin 6, Schwerpunkt Gastroenterologie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität,
Klinikum Nürnberg Nord

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Swol J, Mannke B, Ficker JH: Cervical emphysema in Boerhaave syndrome. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 211. DOI: 10.3238/arztebl.2019.0211

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

Orange Pfeile: Mediastinalemphysem links thorakal. Weiße Pfeile: Weichteilemphysem zervikal beidseits. Die Transparenzminderung im linken Unterfeld entspricht einem Pleuraerguss.
Orange Pfeile: Mediastinalemphysem links thorakal. Weiße Pfeile: Weichteilemphysem zervikal beidseits. Die Transparenzminderung im linken Unterfeld entspricht einem Pleuraerguss.
Abbildung
Orange Pfeile: Mediastinalemphysem links thorakal. Weiße Pfeile: Weichteilemphysem zervikal beidseits. Die Transparenzminderung im linken Unterfeld entspricht einem Pleuraerguss.

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