ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2019Psychotherapeuten: Deformierung des Arztberufs
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Von der beharrlichen gesellschaftspolitischen Lobbyistenarbeit zur Deformierung des Arztberufes, vom Heilkundigen zum bürokratisch reglementierten Dienstleister blieb auch die Zunft der Psychiater und ärztlichen Psychotherapeuten nicht verschont. Nach Aufweichung der letzten „Privilegien“ Krankschreibung, Notdienst, Medikamentenverordnung und Unterbringungsattest wird sie vermutlich künftig ganz entbehrlich werden. Der suggestiv getriggerte, inflationäre Bedarf an Therapien für jeden und alles infolge einer sophistischen Ausdehnung des Krankheitsbegriffes wird künftig durch Psychotherapeuten neuen Zuschnitts – einer Mischung aus Coach, Berater und Begleiter mit pflegerischen Kenntnissen einschließlich pharmakologischem Basiswissen – wohl besser befriedigt werden.

Prof. Dr. med. Theodor Payk, 53115 Bonn

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