ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2019Ambulante Pflegedienste: Im Umgang mit resistenten Erregern oft überfordert

AKTUELL

Ambulante Pflegedienste: Im Umgang mit resistenten Erregern oft überfordert

Dtsch Arztebl 2019; 116(12): A-554 / B-456 / C-448

Hillienhof, Arne

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Zur Sanierung von MRSA-Erregern fehlen in vielen Pflegediensten Kompetenzen. Foto: Science Photo Library/CDC
Zur Sanierung von MRSA-Erregern fehlen in vielen Pflegediensten Kompetenzen. Foto: Science Photo Library/CDC

Viele ambulante Pflegedienste sind überfordert, wenn die von ihnen betreuten Menschen Träger antibiotikaresistenter Erreger sind. Das berichtet das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) auf Basis einer Studie von ZQP und Charité – Universitätsmedizin Berlin. Die Studie ist in der Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen erschienen (ZEFQ; doi: 10.1016/j.zefq.2018.07.001). Laut ZQP war 2016 deutschlandweit in etwa jedem zweiten nicht spezialisierten Pflegedienst von mindestens einem Mitarbeiter bekannt, dass dieser in den zurückliegenden zwölf Monaten mit Problemkeimen bei Pflegebedürftigen konfrontiert gewesen war. In 95 Prozent der benannten Fälle handelte es sich um MRSA-Bakterien. In der ZEFQ-Publikation kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass in nur etwa 50 Prozent von MRSA-Fällen eine fachgerechte MRSA-Versorgung erfolgte. Denn in jeweils fast einem Drittel der an der Studie teilnehmenden Dienste fehlte ein festes MRSA-Sanierungsschema (29,3 Prozent) oder es gab kein Protokoll für MRSA-Sanierung (28,7 Prozent). In den Diensten, in denen solche Strukturen etabliert waren, fehlte den Mitarbeitenden teilweise die Kenntnis darüber. So waren dort 25,6 Prozent der Befragten das vorhandene Sanierungsschema nicht bekannt – das Sanierungsprotokoll war 26,8 Prozent der Befragten unbekannt. Die Untersuchung legt darüber hinaus nahe, dass sich regelmäßig durchgeführte Hygieneschulungen positiv auf das Hygienemanagement auswirken. hil

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema