ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2019Gemeinsamer Bundes­aus­schuss: Stellungnahmeverfahren zu nichtinvasiven Pränataltests eingeleitet

AKTUELL

Gemeinsamer Bundes­aus­schuss: Stellungnahmeverfahren zu nichtinvasiven Pränataltests eingeleitet

Dtsch Arztebl 2019; 116(13): A-608 / B-500 / C-492

Beerheide, Rebecca; Maybaum, Thorsten

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Über Bluttests zur Pränataldiagnostik will der Bundestag im April debattieren. Foto: Kamon Wongnon/stock.adobe.com
Über Bluttests zur Pränataldiagnostik will der Bundestag im April debattieren. Foto: Kamon Wongnon/stock.adobe.com

Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat das Stellungnahmeverfahren zu den geplanten Anwendungsmöglichkeiten nichtinvasiver molekulargenetischer Tests (NIPT) zur Bestimmung des Risikos autosomaler Trisomien 13, 18 und 21 bei Risikoschwangerschaften eröffnet. Angesichts der Risiken invasiver Untersuchungen – wie der Chorionzottenbiopsie und Amniozentese, die bereits von der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) bezahlt werden – sowie der belegten hohen Testgüte der geprüften NIPT-Verfahren sieht der G-BA im Ergebnis der Studienauswertungen eine Anerkennung der NIPT als medizinisch begründet an. Als Leistung der GKV sollen NIPT dem G-BA zufolge allerdings nur bei besonderen Risiken oder zur Abklärung von Auffälligkeiten im Einzelfall infrage kommen. Ein ausschließlich statistisch begründetes Risiko für eine Trisomie – beispielsweise aufgrund des Alters der Schwangeren – soll demnach nicht ausreichend sein, um den Test zulasten der GKV in Anspruch nehmen zu können, hieß es. Der unparteiische G-BA-Vorsitzende Josef Hecken betonte in der öffentlichen Sitzung, dass es ausdrücklich nicht um eine Reihenuntersuchung aller Schwangeren gehe. Dies war dem G-BA zuletzt von Kritikern immer wieder vorgeworfen worden. Neben dem Test sollen Ärzte, die Schwangere aufklären und beraten, künftig über zusätzliche Qualifikation verfügen. Zur Unterstützung der Beratung wird eine Versicherteninformation erarbeitet, die dann verwendet werden muss. Mit einer Entscheidung des Bundes­aus­schusses ist voraussichtlich im August dieses Jahres zu rechnen. bee/may

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema