ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2019Notfallversorgung: Maßnahmen längst überfällig
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Unter der Überschrift „Streit um den Notfallpatienten“ war bereits im Deutschen Ärzteblatt 1984 zu lesen: „Über das Tätigkeitsfeld des ‚Rettungsarztes‘ und des ‚Notfallarztes‘ wird heftig gestritten, nicht allein unter Ärzten und Rettungsorganisationen. In dem schon seit Jahren schwelenden Streit um die Zuständigkeit für die Versorgung von Notfallpatienten nehmen heute auch Politiker Partei. Die Sache wird öffentlich. Aussage steht oft gegen Aussagen. Wie liegen die Interessen verteilt? Was stimmt? Und was sagt die Bundes­ärzte­kammer dazu?“

Auf fünf Seiten hat der Autor alleine in dieser Publikation bereits vor 35 Jahren die Probleme an den Schnittstellen beschrieben und Vorschläge zur Verbesserung des Notfallmanagements und der Logistik formuliert. In einer Reihe von Vorträgen und Publikationen hat er diese Problematik im Laufe der Jahre dargestellt und Möglichkeiten der Verbesserung der Logistik und Qualität der Versorgung medizinischer Notfälle aufgezeigt. ...

Die Barrieren, die ein konvergentes Handeln über die Jahre behinderten, lagen an den Grenzen der Vertragsärztlichen Versorgung durch niedergelassene Ärzte einschließlich ärztlichem Notfalldienst, der organisierten Rettungsdienstlichen Versorgung und der Stationären Versorgung (Notfallversorgung im Krankenhaus). Ökonomische Gründe und der Jahrmarkt der Eitelkeiten in den Sektoren der Versorgungsbereiche stellten weitere Hürden dar.

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 So sagte Frau Regina Klakow-Franck im Juni 2018 in einem anderen Zusammenhang dem Deutschen Ärzteblatt: ,,Auf der Umsetzungsebene braucht man einen unglaublich langen Atem, weil das Beharrungsvermögen und das gegenseitige Misstrauen manchmal doch sehr groß sind.“ Wenn nun aus der Not geboren endlich konvergente und konkordante Schritte unternommen werden, um die Kooperationen in der Notfallversorgung, als Bestandteil der humanitären Daseinsvorsorge und des ganzheitlichen Risikomanagements, zu stärken, dann ist dies längst überfällig und außerordentlich zu begrüßen.

Dr. med. Michael Popović, 65817 Eppstein

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