ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2019Onkologie: Neue interdisziplinäre S3-Leitlinie zu Kehlkopfkrebs erschienen

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Onkologie: Neue interdisziplinäre S3-Leitlinie zu Kehlkopfkrebs erschienen

Dtsch Arztebl 2019; 116(13): A-654 / B-534 / C-526

Hillienhof, Arne

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Im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie ist eine interdisziplinäre S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge beim Kehlkopfkrebs erschienen. Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) hat die Arbeit an der Leitlinie federführend betreut. Insgesamt waren 20 Fachgesellschaften und Organisationen beteiligt.

Kehlkopfkrebs ist die dritthäufigste Krebsart im Kopf- Hals-Bereich. Foto: Sebastian Kaulitzki/stock.adobe.com
Kehlkopfkrebs ist die dritthäufigste Krebsart im Kopf- Hals-Bereich. Foto: Sebastian Kaulitzki/stock.adobe.com

In Deutschland erkranken jährlich etwa 3600 Männer und 500 Frauen an einem Kehlkopfkarzinom. Zu den wesentlichen Risikofaktoren zählen chronischer Alkohol- und Tabakkonsum. Mehr als die Hälfte der Tumoren im Kopf-Hals-Bereich sind zum Zeitpunkt der Erstdiagnose bereits lokal fortgeschritten und benötigen laut der DGHNO-KHC interdisziplinär abgestimmte komplexe Therapieverfahren.

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„Die verschiedenen Behandlungsstrategien beim Kehlkopfkrebs sind jeweils mit spezifischen Vor- und Nachteilen verbunden. Vor Behandlungsbeginn ist es deshalb wichtig, im interdisziplinären Dialog für alle Patientinnen und Patienten das individuell bestmögliche Konzept zu ermitteln. Da mehrere Funktionen wie Stimmbildung, Schlucken und Atmung beeinträchtigt sein können, müssen den Betroffenen die möglichen Störungen, die nach einem solchen Eingriff entstehen können, detailliert erklärt werden“, erläutert Prof. Dr. rer. med. Susanne Singer von der Universitätsmedizin Mainz, die für die Aufarbeitung der wissenschaftlichen Literatur dieser Leitlinie verantwortlich war.

Außerdem sollten die Patienten frühzeitig über die verschiedenen Rehamöglichkeiten informiert werden, denn sie profitierten zum Beispiel davon, wenn nach der Therapie das Schlucken so früh wie möglich trainiert werde. Auch die berufliche Rehabilitation nach Kehlkopfkrebs sei eine besondere Herausforderung und Ärzte sollten diese von Therapiebeginn an bei der Entscheidungsfindung berücksichtigen. Wichtig sei außerdem eine sofortige und langfristige bedarfsorientierte psychoonkologische und psychosoziale Versorgung. hil

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