ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2019Dorothee Dormann: Protein-Tropfen auf der Spur

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Dorothee Dormann: Protein-Tropfen auf der Spur

Dtsch Arztebl 2019; 116(13): A-649 / B-529 / C-521

Spielberg, Petra

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Dorothee Dormann, Foto: Magdalena Jooss
Dorothee Dormann, Foto: Magdalena Jooss

Dr. rer. nat. Dorothee Dormann erhielt dieses Jahr den mit 60 000 Euro dotierten Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis. Die 42-jährige Biochemikerin forscht über neurodegenerative Erkrankungen, insbesondere über die Amyotrophe Lateralsklerose und die Frontotemporale Demenz. Sie konnte zeigen, dass Ablagerungen des Proteins FUS (FUsed in Sarcoma) in Nervenzellen bei beiden Erkrankungen eine wichtige Rolle spielen, indem sich das Protein im Zytoplasma von Nervenzellen ansammelt und dort tropfenähnliche Strukturen bildet. Diese lösen sich nicht mehr auf, sondern bilden zusammen mit anderen Eiweißen stabile Ablagerungen – ein wichtiges Merkmal beider Erkrankungen. Dormann hofft mit ihrer Forschung, Anknüpfungspunkte für Therapien zu finden.

„Es gibt Hinweise, dass auch andere Proteine, die eng mit neurodegenerativen Erkrankungen verknüpft sind, über den Prozess der Phasentrennung aggregieren“, sagt Dormann. „In Zukunft möchten wir auch solche Proteine näher untersuchen, um so besser zu verstehen, wie dieser Prozess unterdrückt wird und wie man ihn eventuell chemisch modulieren könnte.“

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Dormann studierte Biochemie an der Universität Tübingen, mit Auslandsaufenthalten an der University of North Carolina und am Institut für Molekulare Pathologie in Wien. Für ihre wissenschaftlichen Arbeiten erhielt sie diverse Stipendien. Seit Juli 2014 ist sie die Emmy Noether-Nachwuchsgruppenleiterin am Institut für Zellbiologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Petra Spielberg

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