ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2019Franz-Ulrich Hartl: Pionier der Chaperonen-Forschung

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Franz-Ulrich Hartl: Pionier der Chaperonen-Forschung

Dtsch Arztebl 2019; 116(13): A-649 / B-529 / C-521

Spielberg, Petra

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Franz-Ulrich Hartl, Foto: Max-Planck-Institut für Biochemie München
Franz-Ulrich Hartl, Foto: Max-Planck-Institut für Biochemie München

Einer der diesjährigen Preisträger des Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstädter-Preises ist Prof. Dr. med. Franz-Ulrich Hartl (61), Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie in München. Der Deutsche erhielt – traditionell am 14. März – gemeinsam mit dem US-Amerikaner Arthur L. Horwich (68) den mit 120000 Euro dotierten Preis in der Frankfurter Paulskirche.

Der Mediziner und Zellbiologe gilt als Pionier für den Nachweis, dass die Proteine sämtlicher Organismen gefaltet werden und dabei auf Faltungshilfen, sogenannte Chaperone, angewiesen sind. Diese Helfer schirmen entfaltete Proteinketten von den restlichen Eiweißen in der Zelle ab und geben ihnen dadurch die Gelegenheit, ihre korrekte dreidimensionale Gestalt zu finden. Falsch gefaltete Proteine verklumpen dagegen schnell und gefährden damit das Wohl der Zellen und des gesamten Organismus.

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Der 61-Jährige beschäftigte sich insbesondere mit der exakten Beschreibung der molekularen Faltungsmechanismen. Hartl untersuchte ferner Therapieansätze für neurogenerative Krankheiten, die durch falsche Faltung oder Verklumpung von Proteinen entstehen, wie Morbus Alzheimer, Parkinson, Chorea Huntington oder Prionen-Krankheiten. So konnte er zeigen, dass bestimmte Chaperone die Bildung falsch gefalteter Proteine bei Chorea Huntington unterdrücken können.

Hartl studierte Medizin in Heidelberg. Ab 1990 war er in den USA tätig. 1997 kehrte er als Direktor der Abteilung Zelluläre Biochemie am Max-Planck-Institut für Biochemie zurück. Petra Spielberg

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