ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2019Warnung von US-Kardiologen: Diabetes Typ 1 und Typ 2 sind kardiovaskuläre Hochrisikofaktoren im Kindesalter

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Warnung von US-Kardiologen: Diabetes Typ 1 und Typ 2 sind kardiovaskuläre Hochrisikofaktoren im Kindesalter

Dtsch Arztebl 2019; 116(13): A-642 / B-525 / C-517

Meyer, Rüdiger

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Foto: Sagittaria/stock.adobe.com
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Ein Typ-2-Diabetes von Kindern und Jugendlichen erhöht in ähnlicher Weise das Risiko auf eine frühzeitige Herz-Kreislauf-Erkrankung wie die angeborene familiäre Hypercholesterinämie. Zu diesem Schluss kommt die American Heart Association in einer aktuellen Stellungnahme (1). Sie sieht die kardiale Gesundheit der Bevölkerung zudem durch Adipositas und Hypertonie von Heranwachsenden gefährdet, ebenso wie nach pädiatrischen Krebserkrankungen.

Ein Team um Sarah de Ferranti vom Boston Childrenʼs Hospital stuft deshalb in ihrem aktuellen Positionspapier für die American Heart Association (AHA) die schwere Adipositas und eine arterielle Hypertonie von Kindern ähnlich ein wie eine familiäre Hypercholeste-rinämie.

Aber als noch bedrohlicher gilt die frühzeitige Entwicklung eines Typ-2-Diabetes. Dieser kann laut der Expertengruppe die kardiovaskuläre Mortalität sogar weit mehr als ein Typ-1-Diabetes in dieser Altersgruppe erhöhen.

Das könnte unter anderem an der rascheren Entwicklung einer Nephropathie liegen. Während nämlich bei Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes oft erst nach einem Jahrzehnt eine Nephropathie manifest wird, ist diese bei Patienten mit Typ-2-Diabetes bereits zum Zeitpunkt der Diagnose vorhanden.

Zudem sei das kardiovaskuläre System bereits früh bei Jugendlichen mit Typ-2-Diabetes belastet, was sich etwa an einer erhöhten Intimadicke und vermehrter Gefäßsteifigkeit festmachen lasse.

Fazit: Da die Inzidenz des Typ-2-Diabetes in den letzten Jahrzehnten unter Kindern stetig zugenommen habe, seien heute schon fast ebenso viele US-Teenager und junge Erwachsene daran erkrankt wie am Typ-1-Diabetes. Nach der Diagnose sollten die Betroffenen regelmäßig im Hinblick auf kardiovaskuläre Risikofaktoren gescreent werden, fordern die Autoren. Wurde in einer früheren Stellungnahme der Typ-2-Diabetes im Vergleich zu Typ 1 noch in der moderaten Risikokategorie eingeordnet, gelten inzwischen beide Diabetesformen bei Kindern und Jugendlichen als Hochrisikofaktoren. Rüdiger Meyer

de Ferranti SD, et al.: Cardiovascular Risk Reduction in High-Risk Pediatric Patients: A Scientific Statement From the American Heart Associa-tion. Circulation 25. Feb. 2019.
http://daebl.de/QM24.

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