ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2019Arztinformationssystem: Ministerium erwartet deutlich höhere Kosten

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Arztinformationssystem: Ministerium erwartet deutlich höhere Kosten

Maybaum, Thorsten

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Das von der Bundesregierung geplante Arztinformationssystem (AIS) könnte zu deutlich höheren Kosten für die Wirtschaft – und damit auch für niedergelassene Ärzte – führen, als bisher eingeplant. Das geht aus einem neuen Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) über eine Verordnung für das AIS hervor. Bezifferte das Ministerium den Aufwand für die Wirtschaft im Oktober 2018 noch auf rund 300 000 Euro, hat sich diese Zahl nun deutlich erhöht. Es ergebe sich für das AIS ein „geschätzter einmaliger Erfüllungsaufwand von rund 1,2 Millionen Euro“, schreibt das BMG. Grund ist, dass das Ministerium nun für die Umsetzung des AIS von einer Vervierfachung der Arbeitsstunden ausgeht. Wie im Oktober weist das BMG darauf hin, dass die Kosten sowohl nach oben als auch nach unten abweichen können. Für Vertragsärzte „könnten“ sich daraus „höhere Preise oder Lizenzgebühren für den Erwerb oder die Benutzung von Software ergeben, falls die Hersteller die Kosten für die Anpassung ihrer Produkte an die Anforderungen dieser Verordnung auf die Preise umlegen“, so das BMG. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hatte bereits im Oktober 2018 angemahnt, dass die Mehrkosten nicht auf die Ärzte abgewälzt werden dürfen. Notwendig sei eine Finanzierungsregelung zur Übernahme der Mehrkosten für die Praxissoftware durch die Krankenkassen, erklärte KBV-Vize Dr. med. Stephan Hofmeister damals. Es wäre untragbar, wenn Ärzte die gesetzlich gewollten Anpassungen der Praxissoftware alleine bezahlen müssten. Der Entwurf einer Rechtsverordnung für das AIS sieht unter anderem Mindestangaben dazu vor, welche Informationen aus der frühen Nutzenbewertung neuer Arzneimittel in der Praxissoftware abgebildet werden müssen. Ziel ist es, Vertragsärzte besser als bisher über Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses zu informieren. may

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