ArchivMedizin studieren1/2019Interprofessionelle Ausbildung: Standard statt Projekt

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Interprofessionelle Ausbildung: Standard statt Projekt

Medizin studieren, SS 2019: 28

Schmidt, Jeremy; Heidelberg; Ritter, Aurica; Gießen

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Eine hochwertige Patientenversorgung braucht eine gute Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe. Interprofessionelle Ausbildungsstationen sind der bvmd zufolge dafür eine gute Grundlage.

Interdisziplinäres Lernen und gegenseitiges Feedback: In Berlin trainieren Medizinstudierende, Auszubildende der Feuerwehr und Notfallpflegekräfte in einem Simulationsprojekt gemeinsam. Foto:Mareen Machner,Wiebke Peitz
Interdisziplinäres Lernen und gegenseitiges Feedback: In Berlin trainieren Medizinstudierende, Auszubildende der Feuerwehr und Notfallpflegekräfte in einem Simulationsprojekt gemeinsam. Foto:Mareen Machner,Wiebke Peitz

Durch den medizinischen Fortschritt sowie den demografischen Wandel wird die Patientenversorgung immer komplexer. Ein Schlüssel, wie zukünftig eine qualitativ hochwertige Versorgung zu gewährleisten ist, liegt in der interprofessionellen Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Gute Kommunikation, gezielte Aufgabenteilung und gegenseitiges Verständnis füreinander verbessern nicht nur die Patientenversorgung und Behandlungsabläufe, sondern sorgen auch dafür, dass weniger Fehler geschehen. Zusätzlich erwarten wir, dass die Zufriedenheit und die mentale Gesundheit der Berufstätigen von einer solchen interprofessionellen Zusammenarbeit und Aufgabenteilung profitieren.

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Allerdings ist es dafür wichtig, diese Fertigkeiten, Methoden und Haltungen schon im Studium beziehungsweise der Ausbildung zu erlernen und einzuüben. Leider spielt bis heute das Erlernen interprofessioneller Kompetenzen im Medizinstudium in Deutschland kaum eine Rolle. Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) fordert daher mehr interprofessionelle Inhalte im Curriculum und fördert einen der vielversprechendsten Ansätze aktiv mit: die Interprofessionellen Ausbildungsstationen, kurz IPSTAs.

Hier übernehmen Medizinstudierende gemeinsam mit Auszubildenden der Pflege und weiteren Berufsgruppen zum Beispiel aus der Physiotherapie und der Pharmazie eigenständig die Betreuung und Versorgung von Patienten. In steter Unterstützung durch ausgebildete ärztliche und pflegerische Lernbegleiter („Facilitator“) erhalten sie regelmäßiges Feedback und entwickeln im interprofessionellen Team sogenannte Standard Operating Procedures. Besprechungen und Visiten erfolgen stets gemeinsam, jeder Fall wird im Team erörtert und Behandlungskonzepte werden gemeinsam erarbeitet.

In Deutschland wurden interprofessionelle Ausbildungsstationen bereits in Heidelberg (HIPSTA) und Freiburg (IPAPÄD) etabliert. Als Studierende beteiligen wir uns aktiv an der Entwicklung weiterer Standorte, mit dem Ziel, flächendeckend jedem Studierenden einen vier- bis sechswöchigen Abschnitt des Praktischen Jahres auf einer IPSTA zu ermöglichen. Hierzu haben wir eine Taskforce gegründet, die die bisherigen sowie künftig hinzukommenden Standorte vernetzt. Dabei wollen wir insbesondere andere Studierende dazu ermutigen, auch an ihrer Fakultät eine IPSTA zu initiieren. Dafür erstellen wir im Augenblick ein Handbuch „How To IPSTA“. Unser Ziel ist es, ein nationales Netzwerk von Studierenden an lokalen IPSTAs aufzubauen, um diese sowie neue Stationen nachhaltig zu fördern. Dies geschieht in enger Abstimmung mit den ärztlichen Vertretern und Dekanaten vor Ort sowie weiteren Institutionen, die IPSTAs bundesweit fördern. Unser gemeinsames Ziel ist: Durch eine flächendeckende Implementierung von IPSTAs die Zusammenarbeit der Heilberufe im Sinne des Patientenwohls frühzeitig und praktisch zu lehren und nachhaltig zu fördern.

Interesse, auch eine IPSTA zu initiieren?
Mail an: ipsta@bvmd.de.

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