Medizin

Kasuistik

Medizin studieren, SS 2019: 37

Geddert, Helene

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Wegen rezidivierter Harnwegsinfekte wird bei einer 44-jährigen Patientin eine Ultraschalluntersuchung der ableitenden Harnwege und Nieren durchgeführt. So soll ein Harnaufstau beziehungsweise ein Abflusshindernis als Ursache ausgeschlossen werden. Überraschenderweise stellt sich hierbei ein über 10 cm großer Tumor der rechten Niere dar.

In einer urologischen Klinik erfolgt die operative Entfernung der Niere (Nephrektomie). Bild 1 zeigt den makroskopischen Aspekt und Bild 2 den histologischen Aufbau des Tumors.

Auflösung

Die Patientin hat ein Onkozytom der rechten Niere. Trotz der beträchtlichen Größe und der Namensgebung handelt es sich um einen gutartigen Nierentumor. Typisch ist die zufällige Entdeckung bei der asymptomatischen Patientin.

Hintergrund

Zudem ist für diesen Tumor die gelb-braune Schnittfläche mit zentraler Narbe und scharfer Begrenzung typisch. Die Niere wird durch den Tumor stark komprimiert. Die Histologie zeigt uniforme Zellen, die ein granuliertes eosinophiles (purpurfarbenes) Zytoplasma aufweisen. Dies kommt durch die Anhäufung von Mitochondrien zustande, wodurch die Zellen wie geschwollen wirken. Daher leitet sich die Bezeichnung ab: Onkos = Geschwollen/Geschwulst.

Therapie

Die rezidivierenden Harnweginfekte sind sehr wahrscheinlich nicht auf den Tumor zurückzuführen. Nach unkompliziertem postoperativen Verlauf wird die Patientin bereits nach wenigen Tagen entlassen.

PD Dr. med. Helene Geddert, Städtisches Klinikum Karlsruhe

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