ArchivMedizin studieren1/2019Auf eine Tasse Kaffee mit . . .: Christina von Kietzell

SCHLUSSPUNKT

Auf eine Tasse Kaffee mit . . .: Christina von Kietzell

Medizin studieren, SS 2019: 38

Richter-Kuhlmann, Eva

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Foto:Thomas Tratnik/DÄV
Foto:Thomas Tratnik/DÄV

Ausgebeutet im Praktischen Jahr (PJ)? Lückenbüßer? Hakenhalter? Oder einfach nur „Klotz am Bein“? Viele Medizinstudierende fühlen sich so – und sprechen mittlerweile auch offen darüber. Die Ausbildungsbedingungen im PJ waren auch auf dem Kongress „Operation Karriere“ des Deutschen Ärzteverlags im Februar in Frankfurt/Main ein heiß diskutiertes Thema. Dabei zeigte sich: PJ ist nicht PJ. „Die Unterschiede zwischen den Standorten, Krankenhäusern und sogar Stationen sind immens“, erzählte Christina von Kietzell, derzeit PJ-Studentin in Frankfurt, dem Deutschen Ärzteblatt Medizin studieren bei einer Tasse Kaffee. Sie persönlich sei zufrieden: Sie erhalte eine Aufwandsentschädigung, ein Mittagessen, Arbeitskleidung und einen PC-Zugang.

„So sollte es allen gehen“, sagt sie. Und sie setzt sich auch dafür ein: Seit Jahren ist von Kietzell in der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) aktiv. Der bundesweite Aktionstag für ein faires PJ im Januar war ihr ein wichtiges Anliegen. „Eine einheitlich qualitativ hochwertige Ausbildung angehender Ärzte ist derzeit nicht gewährleistet“, kritisiert sie. „Das muss sich ändern, damit auch künftig eine gute Gesundheitsversorgung in Deutschland möglich ist.“ Aufwandsentschädigungen im PJ, das Gewähren von Krankheitstagen sowie Arbeitskleidung seien zwar wichtige Rahmenbedingungen für Studierende, im Vordergrund stehe jedoch die Ausbildung: „Die Qualität des PJs muss besser werden, und zwar bundesweit!“, betont sie. Aktuell würden meist nur wenige und oft qualitativ unzureichende Lehrveranstaltungen für PJler angeboten. Auch das Erlernen ärztlicher Fertigkeiten unter Supervision käme häufig zu kurz. „Oft sind PJler vorrangig für die Blutentnahmen zuständig, für Supervision und Bedside Teaching ist oft zu wenig Zeit“, sagt sie. Der Umfrage der bvmd vom vergangenen Jahr zufolge, hätten 51 Prozent der befragten PJ-Studierenden die angebotene Lehre nur mit der Schulnote 3 oder schlechter bewertet. „Da ist noch Luft nach oben!“

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