ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2019Impfberatung: Digitalisieren
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Mein Team und ich haben mehr als 1 000 Impfpässe digitalisiert, weil ich die derzeitigen Methoden der Impfdokumentation für lächerlich halte, aber den Impfschutz fokussiere. Das haben wir einfach so gemacht! Interessiert niemanden.

Aber: Einem „digital native“ zu sagen, dass er ein Impfbuch braucht, diskreditiert das Anliegen des Impfschutzes. Sie könnten auch fragen, ob er noch Schallplatten hat. Heutzutage brauchen die Leute Ihre Infos auch im Amazonasbecken oder gerade dort innerhalb von zehn Minuten auf dem Schirm.

Meine Bemühungen, junge Leute vor abstoßenden Geschlechtskrankheiten, Genital- und Analkrebs zu bewahren, werden sogar mit Regress bestraft, weil ich den Impfstoff über Praxisbedarf bezogen habe und nicht auf Einzelrezept. Danke, auch im Namen der 40-jährigen Patientin, die dem Analkrebs erlegen ist, im Namen des Homosexuellen, dessen Ehe beeinträchtigt ist, der Frauen, die ihren Kinderwunsch nicht mehr erfüllen können, und der Opfer, die noch folgen werden, obwohl es in Zukunft nicht unbedingt notwendig wäre.

Expertinnen, Experten und Kostenträger: Fragen Sie sich selbst, warum sich niemand impfen lässt und warum das ärztliche Engagement begrenzt ist. Mit Methoden von gestern bekommt man Ergebnisse von gestern.

Stephan Eisfeld, FA Innere Medizin, 35066 Frankenberg Eder

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