ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2019Epilepsie: Universitätsklinikum Freiburg testet neue Behandlungsoption

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Epilepsie: Universitätsklinikum Freiburg testet neue Behandlungsoption

Dtsch Arztebl 2019; 116(14): A-698 / B-572 / C-560

Hillienhof, Arne

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Eine Stimulation der Nervenzellen im Anfallsareal soll deren Reaktion verlangsamen und die Wahrscheinlichkeit für Anfälle verringern. Foto: Giovanni Cancemi/stock.adobe.com
Eine Stimulation der Nervenzellen im Anfallsareal soll deren Reaktion verlangsamen und die Wahrscheinlichkeit für Anfälle verringern. Foto: Giovanni Cancemi/stock.adobe.com

Auf eine neue Behandlungsoption für Epilepsiepatienten, bei denen Medikamente nicht ausreichend wirken und ein hirnchirurgischer Eingriff nicht infrage kommt, hoffen Ärzte vom Universitätsklinikum Freiburg. Dazu haben sie jetzt ein neuartiges Stimulationssystem bei einer Patientin eingesetzt.

Im Rahmen einer klinischen Studie platzierten sie eine dünne Elektrodenmatte direkt unter die Kopfhaut auf den Schädelknochen. Durch den Stromfluss sollen die Nervenzellen im Anfallsareal leicht negativ geladen und das Ruhemembranpotenzial abgesenkt werden. Dadurch reagieren die Nervenzellen langsamer und die Wahrscheinlichkeit für Anfälle soll verringert sein. Anders als etwa beim Prinzip der tiefen Hirnstimulation liegen die Elektroden auf dem Schädelknochen und kommen nicht direkt mit dem Gehirn in Kontakt.

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„Wir haben die Hoffnung, dass wir damit bislang unbehandelbaren Patienten eine Therapie anbieten können“, sagt Studienleiter Andreas Schulze-Bonhage, Leiter der Abteilung Prächirurgische Epilepsiediagnostik – Epilepsiezentrum des Universitätsklinikums Freiburg. Die Studie wird an fünf Universitätskliniken in Deutschland und Belgien durchgeführt und insgesamt zwölf Patienten einschließen.

Die erste Patientin, die das neue Stimulationssystem erhalten hat, leidet seit ihrem neunten Lebensjahr unter epileptischen Anfällen und epilepsiebedingten Fehlwahrnehmungen des Hörens. Selbst die Kombination mehrerer antiepileptischer Medikamente zeigte keine Wirkung. Da bei ihr der Anfallsherd in dem Teil des Gehirns liegt, der für das Sprachverständnis wesentlich ist, kam ein hirnchirurgischer Eingriff nicht infrage.

Die Implantation der Elektroden auf den Schädelknochen übernahm Volker Arnd Coenen, Ärztlicher Leiter der Abteilung für Stereotaktische und Funktionelle Neurochirurgie am Universitätsklinikum Freiburg. „Die Operation dauerte gerade einmal eine Stunde und die Patientin konnte das Krankenhaus nach wenigen Tagen verlassen“, hieß es aus Freiburg. Erste Ergebnisse zur Wirksamkeit des Verfahrens erwarten die Ärzte in etwa vier Monaten. hil

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