ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2019Randnotiz: Arm stirbt früher

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Randnotiz: Arm stirbt früher

Dtsch Arztebl 2019; 116(14): A-663 / B-543 / C-535

Maybaum, Thorsten

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Finanziell schwach gestellte Menschen haben in Deutschland immer noch eine niedrigere Lebenserwartung als finanziell besser gestellte. In den vergangenen 25 Jahren hat sich diese Tatsache kaum verändert, wie neue Analysen des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen. Demnach sterben heutzutage 13 Prozent der Frauen aus der niedrigsten Einkommensgruppe vor ihrem 65. Geburtstag, aber nur acht Prozent aus der höchsten. Bei Männern starben 27 Prozent aus der niedrigsten Einkommensgruppe vor ihrem 65. Geburtstag, während es 14 Prozent aus der höchsten Einkommensgruppe waren. Die Daten für die RKI-Analyse zu Mortalität und Lebenserwartung stammen vom Sozio-ökonomischen Panel des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und aus Sterbetafeln des Statistischen Bundesamtes. Bei der Lebenserwartung ab Geburt beträgt die Differenz dem RKI zufolge zwischen der niedrigsten und höchsten Einkommensgruppe für Frauen 4,4 Jahre und für Männer 8,6 Jahre. Die Zahlen zeigen darüber hinaus, dass die Influenza für eine Stagnation der steigenden Lebenserwartungen in Deutschland verantwortlich sein könnte. Bei schweren Grippewellen, etwa in den Saisons 2012/2013, 2014/ 2015 und 2016/2017, habe es jeweils mehr als 20 000 geschätzte Todesfälle gegeben, was gut zwei Prozent der jährlichen Todesfälle entspreche, schreibt das RKI. Die Influenza-Aktivität und damit die Todesfälle seien jeweils nach der Jahreswende aufgetreten, bei diesen Grippewellen also in den Jahren 2013, 2015 und 2017. Das seien „exakt“ die Jahre gewesen, in denen sich der Anstieg der Lebenserwartung verlangsamt habe.

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