ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2019Harald J. Freyberger †: Wegweisender Psychotherapeut und Psychiater

PERSONALIEN

Harald J. Freyberger †: Wegweisender Psychotherapeut und Psychiater

Dtsch Arztebl 2019; 116(14): A-701 / B-573 / C-561

Heuft, Gereon; Strauß, Bernhard

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Harald J. Freyberger, Foto: dpa
Harald J. Freyberger, Foto: dpa

Prof. Dr. med. Harald J. Freyberger ist am 6. Dezember 2018 völlig überraschend im Alter von 61 Jahren gestorben. Der gebürtige Hamburger war nach seiner fachärztlichen Weiterbildung und Habilitation am Universitätsklinikum Lübeck und zwei Jahren als leitender Oberarzt am Universitätsklinikum Bonn seit 1997 Universitätsprofessor für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin an der Universitätsmedizin Greifswald sowie Chefarzt für Psychiatrie und Psychotherapie am Helios Hanseklinikum Stralsund.

Freyberger war stets nahe an den Bedürfnissen psychisch kranker Menschen und engagierte sich dafür, eine erreichbare Versorgung „in der Fläche“ aufzubauen. Er war eine treibende Kraft für die Weiterentwicklung der Psych-Fächer. Weitergebildet sowohl in der Verhaltenstherapie als auch in der Psychodynamischen Psychotherapie war er einer der Mitbegründer der Operationalisierten Psychodynamischen Diagnostik sowie langjähriges Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates Psychotherapie von Bundes­ärzte­kammer und Bundes­psycho­therapeuten­kammer. Freyberger zählte zu den renommiertesten Vertretern seines Faches und scheute sich nicht, gesellschaftlich eher gemiedene Themen zum Gegenstand seiner Untersuchungen zu machen, wie zum Beispiel die Aufarbeitung der NS-Verbrechen in der Psychiatrie, die Rolle der Psychiatrie im SED-Staat oder die Langzeitfolgen des Dopings in der DDR. Bei aller wissenschaftlichen Unbestechlichkeit strahlte er Herzlichkeit und Wärme aus.

Anzeige

Univ.-Prof. Dr. med. Dr. theol. Gereon Heuft,

Univ.-Prof. Dr. phil. Bernhard Strauß

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Anzeige