ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2019Vakuumversiegelungstherapie: IQWiG sieht Mehrwert, bemängelt aber weiter Studienlage

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Vakuumversiegelungstherapie: IQWiG sieht Mehrwert, bemängelt aber weiter Studienlage

Maybaum, Thorsten; EB

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Bei der Vakuumversiegelungstherapie wird ständig Wundflüssigkeit abgesaugt, wodurch im Wundbereich ein Unterdruck entsteht. Foto: dpa
Bei der Vakuumversiegelungstherapie wird ständig Wundflüssigkeit abgesaugt, wodurch im Wundbereich ein Unterdruck entsteht. Foto: dpa

Bei der sekundären Wundheilung mit der Vakuumversiegelungstherapie (VVS) sieht das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einem kürzlich vorgelegten Endbericht einen „Hinweis“ auf einen höheren Nutzen im Vergleich zur Standardbehandlung. Bei der primären Wundheilung fallen die Ergebnisse zwar ebenfalls zugunsten der VVS aus – die Unterschiede sind aber geringer, wie ein neuer Vorbericht zeigt. Hier sieht das IQWiG einen „Anhaltspunkt“ für einen Vorteil. Das IQWiG erklärte, dass die neuen Erkenntnisse für den Endbericht zustande gekommen seien, nachdem der Hersteller KCI „endlich ausreichend Informationen geliefert“ habe. Dennoch sei die Datenlage schlecht gewesen. Ansonsten hätte das IQWiG einen „Beleg“ (statt „Hinweis“) für die sekundäre Wundheilung und einen „Anhaltspunkt“ (statt „Hinweis“) für die primäre Wundheilung gesehen. Das Institut begründet die Herabstufung damit, dass die fehlenden Daten das Bewertungsergebnis „stark verzerren“ und den Nutzen oder den Schaden größer oder kleiner erscheinen lassen könnten. Generell hält das Institut die Transparenzregeln für klinische Studien mit Medizinprodukten weiterhin für nicht ausreichend. Das IQWiG forderte daher erneut, die gleichen Anforderungen an Medizinprodukte zu stellen, wie sie bei Arzneimitteln üblich sind. „Denn auch bei der VVS liegen noch immer nicht alle Studienergebnisse auf dem Tisch“, schreibt das Institut. Seit mehr als 20 Jahren wird die Vakuumversiegelungstherapie bei Wunden in Kliniken eingesetzt, mehr als 100 Studien wurden laut IQWiG abgeschlossen. Dennoch seien Aussagen zum Nutzen und zum Schaden zum Teil unsicher, weil Ergebnisse unter Verschluss blieben. Bei der Indikation „sekundäre Wundheilung“ war der Anteil fehlender Daten 2018 noch so groß, dass eine Bewertung nicht möglich war. may/EB

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