ArchivDÄ-TitelSupplement: PerspektivenKardiologie 1/2019Bempedoinsäure: Ein neuer Cholesterinsenker

Supplement: Perspektiven der Kardiologie

Bempedoinsäure: Ein neuer Cholesterinsenker

Dtsch Arztebl 2019; 116(15): [35]

Meyer, Rüdiger

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Der experimentelle Wirkstoff Bempedoinsäure, der die Cholesterinsynthese im gleichen Stoffwechselweg (aber an anderer Stelle) hemmt wie Statine, hat in einer klinischen Studie bei Patienten, die bereits die höchste verträgliche Dosis von Statinen erhielten, das LDL-Cholesterin weiter gesenkt (NEJM 2019; 380: 1022–32 und 1033–42).

Bempedoinsäure hemmt das Enzym ATP-Citrat-Lyase, das oberhalb der HMG-CoA-Reduktase, dem Angriffspunkt der Statine, an der Synthese von Cholesterin beteiligt ist. In „Studie 1“ wurde Bempedoinsäure an 2 230 Patienten getestet, die trotz einer maximal verträglichen Statintherapie ein LDL-Cholesterin von über 1,8 mmol/l (70 mg/dl) hatten. Sie wurden im Verhältnis 2:1 auf eine zusätzliche Gabe von Bempedoinsäure in der Tagesdosis von 180 mg oder Placebo randomisiert. Primärer Endpunkt war die Anzahl der Teilnehmer mit behandlungsbedingten Nebenwirkungen. Zu den sekundären Endpunkten der Studie gehörte die Entwicklung des LDL-Cholesterins während der 52-wöchigen Behandlungsphase. Die Inzidenz der unerwünschten Ereignisse war mit 78,5 % nicht höher als unter Placebo (78,7 %).

Es kam allerdings öfter zu einem Therapieabbruch (10,9 vs. 7,1 %), und der Anteil der Patienten, die eine Gicht entwickelten (1,2 vs. 0,3 %), war ebenfalls erhöht. Auf der positiven Seite ist zu vermerken, dass Bempedoinsäure den mittleren LDL-Cholesterinspiegel nach 12 Wochen um 19,2 mg/dl gesenkt hatte, was einer Reduktion um 16,5 % gegenüber dem Ausgangswert entspricht. Der Unterschied zur Placebogruppe betrug 18,1 Prozentpunkte und war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 16,2–20,0 % hochsignifikant. Rüdiger Meyer

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